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HomeNewsKriminalität & RechtPolizei von Kanagawa verhaftet Japaner im russischen Spionagefall

Mann gestand bereits

Polizei von Kanagawa verhaftet Japaner im russischen Spionagefall

Letztes Jahr sorgte ein mutmaßlicher Spionagefall für großes Aufsehen. Russische Diplomaten sollen zahlreiche vertrauliche Informationen gestohlen haben. Nun wurde ein Japaner festgenommen, der in den Fall verwickelt sein soll.

Die Polizei der Präfektur Kanagawa gab am Freitag an, dass sie einen 70 Jahre alten Mann aus Zama wegen Computerbetrugs festgenommen haben. Er soll der Verbindungsmann eines Mitarbeiters der Handelsvertretung der Russischen Föderation gewesen sein.

Japaner gab mehrere Dokumente weiter

Er hat illegale vertrauliche Dokument an ihn weitergeben, indem er sich bei den Datenbankdiensten eines Unternehmens registrierte und die entsprechenden Informationen stahl. Zwischen Juli und Dezember 2019 soll er dem Mann so acht Dokumente gegeben haben.

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Sie enthielten Informationen von den USA und anderen Quellen zur Halbleiterforschung und -entwicklung, sowie Daten zur militärischen Aufklärung mit unbemannten Panzern und Radargeräten. Für die Informationen erhielt er insgesamt 10 Millionen Yen (ca. 75.294 Euro).

Da der Mann selbst einmal ein Forschungsunternehmen geleitet hat und sich mit technischer Literatur befasste, war er mit der Beschaffung von Dokumenten gut vertraut. Der Mann gab zu, dass er die Daten weitergegeben hat. Die Polizei bat daraufhin erneut die russische Botschaft, den Mitarbeiter zu einer Befragung vorzuladen. Bisher hatte Russland eine Zusammenarbeit in dem Spionagefall abgelehnt und bezeichnete die Anschuldigungen als falsch.

Mehrere Personen sind im Spionagefall verwickelt

Der Spionagefall hat mittlerweile jedoch einen viel größeren Umfang erreicht. Der Japaner hat wahrscheinlich drei Jahrzehnte lang zahlreichen weiteren Russen Dokumente gegeben und wurde dafür bezahlt. Vermutlich bekam er zwischen 100.000 Yen (ca. 752 Euro) und 150.000 Yen (ca. 1.129 Euro) für jede Übergabe.

Auf der anderen Seite soll der russische Diplomat auch mehrere japanische Helfer gehabt haben, die ebenfalls Informationen für ihn sammelten. Unter anderen kam es so letzten Januar zur Festnahme eines ehemaligen SoftBank-Mitarbeiters, der ebenfalls Informationen weitergab. Die Polizei untersucht den Fall, um mehr über die Aktivitäten der Russen zu erfahren. Dafür wurde in der Abteilung für auswärtige Angelegenheiten ein Sonderermittlungshauptquartier eingerichtet, das sich ausschließlich damit befasst.

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