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HomeNachrichten aus JapanKriminalität & RechtRansomware-Angriffe in Japan um 87 Prozent gestiegen

Angriffe nehmen zu

Ransomware-Angriffe in Japan um 87 Prozent gestiegen

Japanische Unternehmen verzeichneten im ersten Halbjahr 2022 87 Prozent mehr Ransomware-Angriffe als im Vorjahr. Insgesamt wurden in den ersten sechs Monaten 114 Angriffe der Polizei gemeldet.

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Von den gemeldeten Fällen, bei denen die Angreifer Geld für die Wiederherstellung auf Unternehmensdaten verlangen, die durch eine Verschlüsselung unzugänglich gemacht wurden, betraf die Mehrheit kleine und mittlere Unternehmen. In 36 Fällen waren große Konzerne betroffen.

Ransomware-Angriffe sorgen für immer mehr Probleme

Toyota stoppte im März kurzzeitig die Produktion, da ein Zulieferer von einem Angriff getroffen wurde. Die japanische Regierung warnte kurz nach dem Beginn der russischen Invasion der Ukraine, dass vermehrt mit Angriffen auf IT-Systeme zu rechnen sei.

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Laut einer Umfrage haben die meisten Opfer der Ransomware-Angriffe mindestens 10 Millionen Yen (ca. 69.870 Euro) oder mehr für die Untersuchung des Schadens und die Wiederherstellung der Daten ausgeben. In 36 Fällen waren die Unternehmen trotz einer Datensicherung nicht in der Lage, ihre Daten wiederherzustellen.

Japans nationale Polizeibehörde warnt allerdings davor, dass selbst gesicherte Daten bei Angriffen verschlüsselt werden und dass der Schaden über die Unterbrechung des Betriebs hinausgehen kann.

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Außerdem weist die Behörde darauf hin, dass die Software Emote, die im Januar 2021 unschädlich gemacht wurde, seit etwa Februar wieder vermehrt für Angriffe eingesetzt wird, die darauf abzielen, Kreditkarteninformationen zu stehlen.

Angriffe auf das Netz der japanischen Polizei nehmen zu

Laut der Polizeibehörde ist zudem die Zahl der Cyberangriffe und verdächtiger Zugriffsversuche, die am Netz der Polizei festgestellt wurden, deutlich angestiegen. Pro Tag werden im Moment bis zu 7.800 Versuche pro IP-Adresse gezählt, 70 Prozent davon stammen aus den USA, Großbritannien, China und Russland.

Die japanische Polizei hat in den ersten sechs Monaten des Jahres landesweit 5.889 Fälle von Cyberkriminalität verfolgt, 492 mehr als im Vorjahr. Bei 233 Fällen handelte es sich um unerlaubten Computerzugriff.

Erst vor wenigen Tagen attackierte eine pro-russsiche Gruppe mehrere Webseiten der Regierung und U-Bahnbetreibern in Japan.

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