Anzeige
HomeNachrichten aus JapanKriminalität & RechtRomantik-Betrug steigt in Japan wegen der Pandemie an

Fallzahlen sind stark angestiegen

Romantik-Betrug steigt in Japan wegen der Pandemie an

Zur Pandemie fühlen sich die Menschen besonders einsam. In Japan sucht man deswegen über Dating-Apps das große Glück. Allerdings hat die Zahl der Fälle von sogenanntem Romantik-Betrug in den letzten Monaten zugenommen.

Anzeige

Laut dem National Consumer Affairs Center of Japan gab es im Geschäftsjahr nur fünf Konsultationen wegen Betrug über Online-Matchmacking. Für das Geschäftsjahr 2020 wurden hingegen 84 Fälle verzeichnet. Die gleiche Zahl wurde 2021 bereits nach den ersten vier Monaten erreicht.

Betrug mit zweifelhaften Investitionsplänen

Experten schlagen deswegen Alarm und warnen potenzielle Opfer. Es wird dabei darauf hingewiesen, dass es schwer für Opfer ist, dem finanziellen Schaden zu entkommen, wenn sie den Tätern und ihren Finanzberatungen trauen.

LESEN SIE AUCH:  Drei Romantik-Betrüger in Tokyo festgenommen

Die Taktik der Täter ist meistens die gleiche. Sie geben sich als eine attraktive Person aus und bauen zu den Opfern eine angebliche romantische Online-Beziehung auf. Nach einiger Zeit stellen die Täter den Opfern fragwürdige Investitionspläne vor wie den Kauf von Kryptowährung. Opfer stellen erst viel später fest, dass ihr Geld weg ist und sie mit einem Fake-Profil geschrieben haben.

Eine Frau in den dreißigern verlor dieses Jahr fast zehn Millionen Yen (ca. 77.910 Euro), die sie sich teilweise von Freunden und Verwandten geliehen hatte. Sie war auf einer Dating-App auf einen angeblichen Kanadier mit Wohnsitz in Tokyo hereingefallen.

Romantik-Betrug lässt sich schnell erkennen

Anzeige

Es wurde den Opfern dabei glaubhaft gemacht, dass sie die Chance auf das große Geld haben, nachdem sie eine kleinere Geldauszahlung erhalten hatte. Zu Beginn war die Frau zwar misstrauisch als sie aber keine Hinweise auf einen Betrug fand, vertraute sie dem Mann, in den sie sich verliebt hatte.

Dass immer mehr Personen auf den Betrug hereinfallen wird damit erklärt, dass mehr Menschen Dating- oder Matchmaking-Apps nutzen, weil sie sich aufgrund der Pandemie nicht normal mit Menschen treffen können. Dazu fühlen sich viele in der Selbstisolierung einsam und suchen Online nach Gesellschaft.

Terue Shinkawa, eine Autorin und Beraterin in Romantik-Betrug, erklärt, dass es wichtig ist, die Beziehungen nicht geheim zu halten. Oft versuchen Täter die Opfer davon abzubringen Details zu ihren Gesprächen mit anderen zu teilen, aus Angst aufzufliegen. Shinkawa ruft deswegen dazu auf, mit anderen zu sprechen und auch die Profilbilder online zu überprüfen, wenn man ein ungutes Gefühl hat.

Anzeige
Anzeige