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Pannen bei den Ermittlungen

Staatsanwalt muss wegen falschen Beweisen Anklage zurückziehen

Wegen der Vorlage falscher Beweise musste die Staatsanwalt in Japan die Anklage gegen eine 21-jährige Mutter zurückziehen und sich Entschuldigen.

Das eine Anklage von einem Staatsanwalt in Japan zurückgezogen wird, ist äußert ungewöhnlich. Das Bezirksgericht in Otsu hat der Einstellung des Verfahrens zugestimmt.

Staatsanwalt stützte sich auf Zahnabdrücke

Die Frau wurde angeklagt, ihrem Kind durch einen Biss in den Arm eine Körperverletzung zugefügt zu haben. Die Anklage stützte sich auf Zahnabdrücke, die am Arm des Babys gefunden wurden, aber der Zahnabdruck auf dem Arm wurde fälschlicherweise der Mutter zugeordnet.

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Die Mutter wurde 23 Tage lang inhaftiert, nachdem sie von der Polizei der Präfektur Shiga wegen des Verdachts der Körperverletzung verhaftet worden war. Sowohl die Polizei als auch die Staatsanwaltschaft haben sich bei der Mutter für ihren Fehler entschuldigt. Nach Angaben der Bezirksstaatsanwaltschaft Otsu und des Anwalts der Mutter wurde die Frau im Oktober 2019 wegen des Verdachts, eine Verletzung zugefügt zu haben, die eine einwöchige Behandlung erforderte, verhaftet.

Sie soll zwischen Ende August und Anfang September in den linken Arm ihres einmonatigen Säuglings gebissen haben. Gegen die Mutter wurde im November 2019 Anklage erhoben.

Gerichtsmediziner wies auf vertausche Zahnunterlagen hin

Während der zweiten Prozesssitzung am 28. Januar im Bezirksgericht Otsu erwähnte der Gerichtsmediziner, der für die Präfekturpolizei die Zahnabdrücke untersuchte, während der Befragung durch den Anwalt der Angeklagten jedoch, dass die am Arm des Babys gefundenen und als Beweismittel vorgelegte Zahnabdrücke möglicherweise irrtümlich vertauscht worden wären.

Weitere Untersuchungen bestätigten, dass die Abdrücke tatsächlich von jemand anderem als der Mutter stammen. Die Polizei der Präfekturen gab noch keine Hinweise zum eigentlichen Täter bekannt. Nach Angaben der Präfekturpolizei in Shiga wurden von einer Reihe von Personen nach einer Reihe von Anrufen die Zahnabdrücke wegen eines möglichen Missbrauchs des Babys genommen.

Panne bei der Untersuchung

Als der Gerichtsmediziner die Zahnabdrücke in Gips duplizierte, wurde der von einer anderen Person entnommene Zahn fälschlicherweise als von der Mutter stammend gekennzeichnet. Der Anwalt der Mutter hielt am 18. September eine Pressekonferenz ab und übermittelte einen Kommentar der Mutter mit der Bitte, die Polizei solle bei ihrer Arbeit vorsichtiger vorgehen.

Auch der Anwalt kritisierte das Vorgehen der Polizei als ungerechtfertigt. Als die Mutter die Anschuldigung zunächst zurückwies, teilte ihr die Polizei mit, dass weitere Familienmitglieder zum Verhör geladen würden. Da sie sich unter Druck gesetzt fühlte, willigte sie schließlich ein, zu gestehen.

Auf ihrer eigenen Pressekonferenz bestritten die Polizeibeamten jedoch, dass im Laufe der Befragung irgendwelche Probleme aufgetreten seien. Mayumi Yamagami, die stellvertretende Chefanklägerin der Bezirksstaatsanwaltschaft Otsu, hielt am 18. September ebenfalls eine Pressekonferenz ab und entschuldigte sich bei der Mutter mit den Worten: „Es tut uns leid, dass wir nicht erkannt haben, dass bei den Beweisen ein großer Fehler gemacht worden war.“

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