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HomeNachrichten aus JapanKriminalität & RechtStaatsanwaltschaft durchsucht Büros der Nihon University

Staatsanwaltschaft durchsucht Büros der Nihon University

Kyodo: Die Nihon University ist die größte Universität Japans und besitzt als private Einrichtung einen guten Ruf. Die Meldung, dass die Polizei die Büros der Universität durchsucht hat, sorgt deswegen jetzt für Aufsehen.

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Am Mittwoch durchsuchte die Polizei die Büros der Nihon University im Chiyoda Bezirk von Tokyo. Es besteht der Verdacht der Treuhandverletzung, da Gelder im Zusammenhang mit einem Krankenhausbauvertrag verschwunden sind.

Polizei vermutet Schuldigen unter den Vorstandsmitgliedern der der Nihon University

Durchsucht wurden die Büros an mehreren Standorten, die Räumlichkeiten von Hidetoshi Tanaka, dem Vorsitzenden des Verwaltungsrats der Universität, und die Büros von Nihon University Enterprise Co., ein Unternehmen der Universität. Es wurden dabei mehrere Kisten mit Beweismaterial beschlagnahmt.

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Es ist eher ungewöhnlich, dass es zu derartig großen Ermittlungen bei einer Bildungseinrichtung kommt. Der letzte Fall war der Schulbetreiber Meijo Gakuin, dem auch Unterschlagung, Vertuschung und Dokumentenfälschung vorgeworfen wurde.

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Es wird von den Sonderermittlern der Staatsanwaltschaft von Tokyo vermutet, das ein Universitätsvorstandsmitglied und Vorstandsmitglied der Nihon University Enterprise dafür verantwortlich ist und das er der Universitäten einen Schaden von mehreren hunderten Millionen Yen zugefügt hat.

Täter ist vermutlich enger Mitarbeiter von Tanaka

Die Nihon University hat 2020 ein Designbüro in Tokyo beauftragt, das Itabashi-Krankenhaus für rund zwei Milliarden Yen (ca. 15,4 Millionen Euro) wiederaufzubauen. Es wurde aber festgestellt, dass hohe Geldsummen über den Vertrag einfach verschwunden sind.

Aufgrund seiner Position wird davon ausgegangen, dass der Täter engen Kontakt zu Tanaka hat, weswegen sein Büro und sein Zuhause durchsucht wurden. Man hofft nun über die beschlagnahmten Dokumente herauszufinden, wo das Geld geblieben ist.

Die Nihon University äußerte sich zu den Untersuchungen nicht, da sie keine Details zu den Ermittlungen wissen. Sollte die Person hinter der Veruntreuung gefasst werden, droht ihr eine Geldstrafe von bis zu 500.000 Yen oder eine Haftstrafe von bis zu fünf Jahren.

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