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HomeNachrichten aus JapanKriminalität & RechtTäter kündigte Attentat auf Shinzō Abe vorab an

Drohung nicht ernst genommen

Täter kündigte Attentat auf Shinzō Abe vorab an

Der Mann, der den japanischen Ex-Premierminister Shinzō Abe während einer Wahlkampfveranstaltung erschossen hatte, hat laut der Ermittlungsbehörden die Tat in einem Brief, den er an einen Kritiker der Vereinigungskirche geschickt hat, angekündigt.

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Der Brief zeigt die starke Abneigung, die der Attentäter gegenüber der neureligösen Gruppe empfand, mit der Abe seiner Meinung nach in Verbindung stand.

Shinzō Abe soll einflussreicher Sympathisant der Vereinigungskirche gewesen sein

Der Brief soll laut den Ermittlern Anfang des Monats an den Kritiker, der in einem Blog die Vereinigungskirche anonym kritisiert, geschickt. In dem Brief schreibt der Täter, er fühle sich verbittert gegenüber Abe, den er als einen der einflussreichsten Sympathisanten der Vereinigungskirche in der realen Welt bezeichnete, aber dass der ehemalige Premierminister nicht sein ursprünglicher Feind sei.

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Außerdem heißt es, dass der Täter Zeit damit verbracht hat, sich Waffen zu beschaffen und sich nicht um die Auswirkungen und die politische Bedeutung von Shinzō Abes Tod kümmert.

Laut den Ermittlern soll der Attentäter seinen Ärger im Herbst 2019 auch auf Twitter Luft gemacht haben. Dort schrieb er: „Das Einzige, was ich hasse, ist die Vereinigungskirche“ und „Die Pflicht der Vereinigungskirche ist es, den Familien alles Geld zu nehmen, das sie bekommen können.“

Spenden der Mutter haben die Familie ruiniert

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Bei seiner Vernehmung sagte der Attentäter, dass er seit mehr als 20 Jahren die Vereinigungskirche hasst und dass er Abe getötet habe, weil er glaubt, dass sein Großvater die neureligöse aus Südkorea nach Japan eingeladen hat.

Sein Hass entstand dadurch, dass seine Mutter Mitglied in der „Kirche“ wurde und sie über 100 Millionen Yen (ca. 715.565 Euro) gespendet hat, was die Familie ruinierte.

Der Vorsitzende der Vereinigungskirche in Japan bestätigte zwar die Mitgliedschaft, allerdings bestritt er Spenden, ab einem gewissen Zeitpunkt erhalten zu haben.

Das National Network of Lawyers Against Spiritual Sales wies allerdings darauf hin, dass es immer wieder vorkommt, dass die neureligöse Gruppe Spenden erzwinge.

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