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HomeNachrichten aus JapanKriminalität & RechtTokyo Medical University muss Bewerber*innen für manipulierte Aufnahmeprüfungen entschädigen

558 ehemalige Bewerber*innen werden entschädigt

Tokyo Medical University muss Bewerber*innen für manipulierte Aufnahmeprüfungen entschädigen

MS: Vor einigen Jahren erschütterte ein Skandal die medizinischen Universitäten in Japan nachhaltig. In den Studienjahren 2017 und 2018 manipulierte die Tokyo Medical University die Aufnahmeprüfungen von Bewerber*innen, da sie mehr Männer haben wollten. Nun muss die Universität die Betroffenen entschädigen.

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Die Universität und der Consumers Organization of Japan (COJ), eine eingetragene gemeinnützige Gruppe, erzielten am Dienstag einen Vergleich vor dem Bezirksgericht von Tokyo. COJ hatte die Tokyo Medical University im Namen von 558 ehemalige Bewerberinnen verklagt, die durch die manipulierten Prüfungen diskriminiert wurden und eine Rückerstattung der Prüfungsgebühren wollten.

Tokyo Medical University muss für die Prüfungsgebühren entschädigen

Die Universität hatte bei Bewerbern in der Prüfung zusätzlich Punkte hinzugefügt. Frauen erhielten diesen Bonus nicht und auch Bewerber, die vier oder mehr Mal nicht bestanden hatten, bekamen die Punkte nicht. Von den 7.209 Personen, welche die Prüfungen schrieben, bestanden am Ende nur 393.

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Mit dem Vergleich bekommt jede der Kläger*innen zwischen 40.000 Yen (ca. 307 Euro) und 220.000 Yen (ca. 1.693 Euro), je nachdem wie oft sie die Prüfung ablegten. Die Universität muss damit um die 57 Millionen Yen (ca. 438.672 Euro) zahlen. Angestrebt hatte die COJ eine Summe von 66 Millionen Yen (ca. 507.936 Euro) für 563 Bewerberinnen.

Fall ist der erste seiner Art

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Vier ehemalige Bewerber*innen qualifizierten sich am Ende nicht für die Rückzahlung, weil sie ihren Prüfungsverlauf nicht bestätigen konnten. Eine weitere Person einigte sich vorab selbstständig mit der Universität auf eine Zahlung. Die Tokyo Medical University verlor in der Zwischenzeit seine Akkreditierung.

Koichi Isobe, Vorstandsmitglied des COJ, sagte während einer Pressekonferenz, dass ihnen dank des Systems gelungen ist, Schadensersatz für die Fälle zu erreichen, die einzeln sonst nur schwer zu behandeln sind.

Es ist der Entschädigungsfall unter dem Gesetz von 2016, das es Dritten ermöglicht, im Namen von Opfern kollektive Rechtsdurchsetzung zu erwirken. Es wird nun gehofft, dass die Entscheidung anderen ähnlichen Fällen als Vorbild dient.

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