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HomeNachrichten aus JapanKriminalität & RechtYakuza-Krieg in Japan flammt wieder auf

Yamaguchi-Gumi kämpft wieder gegen seine Splittergruppe

Yakuza-Krieg in Japan flammt wieder auf

In Japan scheint der Yakuza-Krieg zwischen der Yamaguchi-Gumi und einer Splittergruppe wieder aufzuflammen, da es in den letzten Wochen vermehrt zu gewaltigen Übergriffen gekommen ist. Darunter auch zu sogenannten „Kamikaze-Auto-Angriffen“.

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Die Strafverfolgungsbehörden hatten gehofft, dass ein hartes Durchgreifen die Kämpfe zwischen der Yamaguchi-Gumi und zwei Splittergruppen bereits beendet hätte. Allerdings flammt nun die Gewalt wieder auf und zerschlägt die Hoffnung, dass die Zeit der japanischen Mafia vorbei ist.

Krieg zwischen den Yakuza-Gruppen begann 2015

Bei den Anschlägen mit Autos lenken die Fahrer ihre Fahrzeuge in die Häuser hochrangiger Mitglieder der rivalisierenden Yakuza-Gruppe. Die Taten schüren nicht nur die Gewalt, da die rivalisierende Bande dementsprechend antwortet, sie werden auch nur mit einer geringen Strafe belegt. Die Staatsanwaltschaft in Japan versucht allerdings mittlerweile, die Täter wegen schweren Vergehen anzuklagen.

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Laut der Strafverfolgungsbehörde schürten diese Angriffe auch die Angst von Menschen, die neben Yakuza-Mitgliedern wohnen, was den Druck auf die Gemeinden noch einmal erhöhe.

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Der Krieg zwischen der Yamaguchi-Gumi und der Splittergruppe begann 2015, als sie sich abspaltete. Der Revierkampf eskalierte einige Jahre, bis die Polizei verstärkt einschritt, um sie zu einem Einstellen der Kämpfe zu zwingen.

Mitglieder der Banden können mittlerweile verhaftet werden, wenn sie ein Gebäude betreten, dass der Yakuza gehört, außerdem ist es ihnen verboten, sich in bestimmten Gebieten aufzuhalten. Sollten sich fünf Yakuza-Mitglieder an einem Ort befinden, müssen sie ebenfalls damit rechnen, verhaftet zu werden.

Infolge des härteren Durchgreifens der Polizei ist die Zahl der gewalttätigen Zwischenfälle zurückgegangen.

Immer mehr gewaltsame Übergriffe

Am 8. Mai fuhr ein Auto allerdings in das Haus des stellvertretenden Chefs der Yamaguchi-Gumi in Kobe, der zudem die Takumi-Gumi leitet.

Die Polizei verhaftete darauf einen 26-Jährigen, der in einer Bande Mitglied ist, die der Yamaguchi-Gumi nahesteht. Die Staatsanwaltschaft von Osaka erhob Anklage wegen Einbruchs in eine Wohnung und Körperverletzung, da der Fahrer nicht nur auf das Grundstück des Hauses fuhr, sondern auch ein Tor durchfuhr.

„Das Ziel des Vorfalls war es, die rivalisierende Bande zu bedrohen, sodass die strengste Strafe verhängt werden sollte“, sagte ein Sprecher der Polizei.

Etwa einen Monat später, am 5. Juni, wurden zehn Kugeln auf das Haus von Kunio Inoue abgefeuert, dem Anführer der Yamaguchi-Gumi in Kobe.

Die Polizei der Präfektur Hyogo nahm einen 49-jährigen Mann fest, der eine Waffe besaß und sich selbst gestellt hatte. Die Polizei vermutet, dass er zu einer mit der Yamaguchi-Gumi verbundenen Bande gehört.

Am nächsten Tag wurde in Saga auf der südlichen Hauptinsel Kyushu das Büro einer mit der Yamaguchi-Gumi in Kobe verbundenen Bande von einem Auto gerammt.

Am 10. Mai wurde ein hochrangiges Mitglied der Kizuna-kai mit einer Schusswunde im rechten Arm in einem vor einem Krankenhaus in Iga, Präfektur Mie, geparkten Auto gefunden.

Ein 26-jähriges Mitglied einer mit der Yamaguchi-Gumi verbundenen Bande wurde wegen des Verdachts auf versuchten Mord festgenommen.

Am 6. Juni raste ein Fahrzeug in das Haus von Yoshinori Oda, dem Anführer der Kizuna-kai, in Kobe. Am folgenden Tag nahm die Polizei einen 38-jährigen Mann fest, der sich selbst gestellt hatte.

Die Polizei vermutet, dass er zu einer Bande gehört, die mit der Yamaguchi-Gumi verbunden ist, und glaubt, dass der Bandenkrieg unter den Yakuza-Gruppen wieder aufgeflammt ist.

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