Anzeige
HomeNachrichten aus JapanKriminalität & RechtZahl der Yakuza-Mitglieder sinkt weiter

Ein aussterbender Mythos

Zahl der Yakuza-Mitglieder sinkt weiter

Die Yakuza schrumpft in Japan kontinuierlich da man keinen Nachwuchs mehr findet. Laut Daten der nationalen Polizeibehörde (NPA) standen Ende 2022 22.400 Personen mit der Yakuza in Verbindung, 1.700 weniger als im Vorjahr und zum 18. Mal in Folge ein Rückgang.

Anzeige

Laut der Statistik hat die Polizei 2022 insgesamt 9.903 Mitglieder verhaftet und an die Staatsanwaltschaft verwiesen, zum ersten Mal unter 10.000.

Yakuza wird grauer

„Die Arbeit zur Ausrottung organisierter Verbrechergruppen und das gestiegene Bewusstsein für diese Bemühungen, haben die Gesellschaft durchdrungen“, heißt es von der NPA dazu. Allgemein gehen die Behörden in Japan davon aus, dass die Zeit der Yakuza vorbei ist.

LESEN SIE AUCH:  Yakuza kämpft gegen Verbot der Schnellstraßennutzung

Seitdem die japanische Regierung 1991 ein Gesetz zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität verabschiedet hatte, sinkt die Zahl der Mitglieder kontinuierlich. Anfangs waren es über 30.000, 2017 bereits 10.000 weniger.

Anzeige

Die Daten zeigen zudem, dass die Yakuza immer grauer wird, ihre Mitglieder also immer älter und die Zahl der aktiven Mitglieder schrumpft. Zudem steigen immer mehr Menschen aus der Yakuza aus, was sich allerdings nicht als so einfach gestaltet.

11.400 Personen gehören laut der NPA zu festen Mitgliedern, 11.000 Personen werden von der Polizei in Japan als „Quasi-Mitglieder“ eingestuft. Das heißt, sie gehören keiner Gruppe an, sind aber an deren Aktivitäten beteiligt.

Von den 22.400 Personen waren die 50-Jährigen mit 30,8 Prozent am stärksten vertreten, gefolgt von den 40-Jährigen mit 26,3 Prozent, den 30-Jährigen mit 12,9 Prozent, den 60-Jährigen mit 12,5 Prozent, den 70-Jährigen oder älter mit 11,6 Prozent und den 20-Jährigen mit 5,4 Prozent.

Das Durchschnittsalter der Yakuza-Mitglieder liegt mittlerweile bei 54,2 Jahren, ein Anstieg um 6,8 Jahre im Vergleich zu vor zehn Jahren. Dabei steigt das Durchschnittsalter schneller als der japanische Durchschnitt, der aktuell zwar bei 55,3 Jahren liegt, aber die letzten 10 Jahre nur um 2,3 Jahre gestiegen ist.

Yamaguchi-gumi weiterhin die größte Gruppe

Die Statistik zeigt, dass der Yamaguchi-gumi, die ihren Hauptsitz in Kobe hat, mit 8.100 Mitgliedern immer noch die größte Yakuza-Gruppe in Japan ist, gefolgt von der Sumiyoshi-kai mit 3.800 Mitgliedern. Der Kobe Yamaguchi-gumi gehörten 760 Mitglieder an.

Die Ikeda-gumi, die ihren Sitz in Okayama hat und sich 2020 vom Kobe Yamaguchi-gumi abspaltete, befindet sich aktuell in einem Bandenkrieg.

Da die Yakuza in Japan immer mehr an Macht und Einfluss verliert, wird diese Lücke von sogenannten „Quasi-Gangs“ gefüllt. Nach Angaben der NPA beschaffen sich die lose organisierten Gruppen Geld durch spezielle Betrügereien, bei denen sie in der Regel Gelder durch betrügerische Kommunikation erschwindeln.

Anzeige
Anzeige