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Home News Kriminalität & Recht Zum ersten Mal seit 9 Jahren in Japan keine Todesstrafe vollstreckt

110 Personen sitzen im Todestrakt

Zum ersten Mal seit 9 Jahren in Japan keine Todesstrafe vollstreckt

In Japan wurde 2020, zum ersten Mal seit 9 Jahren, keine Todesstrafe vollstreckt, wie das Justizministerium bekannt gab.

In Japan schreibt das Gesetz für die Vollzugsanstalten vor, dass zwischen dem 29. Dezember und 3. Januar keine Hinrichtung vollzogen werden darf.

Todesstrafe von zwei Justizministerinnen in diesem Jahr ausgesetzt

Die Todesstrafe wurde seit 2011 in jedem Jahr vollstreckt, insgesamt ordneten neun Justizminister zwischen 2012 und 2019 die Hinrichtungen von 46 Personen an. Im Jahr 2018 wurden 15 Personen hingerichtet, so viele wie noch nie innerhalb von 12 Monaten.

Darunter befanden sich der ehemalige AUM Shinrikyo-Sektenführer Shoko Asahara, und 12 weitere ehemalige hochrangige Mitglieder der Sekte.

Mehr zum Thema:  Japan vollzieht wieder die Todesstrafe

In diesem Jahr ordnete Justizministerin Masako Mori an, dass die Todesstrafe nicht vollstreckt wird. Auch unter Justizministerin Yoko Kamikawa, die im September den Posten übernahm, gab es bisher keine Hinrichtungen.

Nach Angaben des Justizministeriums saßen bis zum 28. Dezember 110 Personen in einem japanischen Todestrakt, einschließlich Iwao Hakamada, der aus dem Gefängnis entlassen wurde, nachdem ein Gericht eine Wiederaufnahme seines Verfahrens angeordnet hatte.

110 Menschen sitzen derzeit in einem Todestrakt in Japan

Ende 2019 saßen insgesamt 112 Menschen in einem Todestrakt, 3 Personen wurden hingerichtet. 2020 wurden zwei Personen zum Tode verurteilt und vier Personen starben im Gefängnis.

Ebenfalls unter den Personen, die im Todestrakt sitzen, ist Satoshi Uematsu, der wegen eines Massenmords an 19 Menschen in einem Wohnheim für geistig Behinderte im März zum Tode verurteilt wurde.

Takahiro Shiraishi wurde am 15. Dezember wegen der Ermordung von neun Menschen in seiner Wohnung zum Tode verurteilt. Das Urteil wird am 5. Januar 2021 bestätigt.

Die Entscheidung wurde später vom Obersten Gericht widerrufen, woraufhin sein Verteidiger Berufung beim Obersten Gerichtshof einlegte, der den Fall an das Oberste Gericht zurückverwies.

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