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Home News Kriminalität & Recht Zweiter Mobber von Hana Kimura soll angeklagt werden

Täter ist ein Mitläufer

Zweiter Mobber von Hana Kimura soll angeklagt werden

Der Todesfall von Hana Kimura sorgte letztes Jahr weltweit für große Bestürzung. Die 22 Jahre alte Wrestlerin hatte sich nach extremen Cybermobbing das Leben genommen. Nun wurde bereits die zweite Person festgenommen, die hinter den Hassbotschaften steckt.

Die Polizei von Tokyo gab am Montag bekannt, dass sie einen 30 Jahre alten Mann aus Fukui an die Staatsanwaltschaft verwiesen haben. Die Weitergabe kam nur zwei Tage vor der Verjährungsfrist für öffentliche Beleidigungen. Ihm droht nun eine Anklage wegen Cybermobbing.

Mann wünschte Hana Kimura den Tod

Letzten April soll er laut der Polizei vier Hassnachrichten über Twitter an Kimura verschickt haben. Unter anderem wünschte er ihr den Tod und nannte sie ekelhaft. Einen Monat später nahm sich Hana Kimura wegen des Hasses das Leben.

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Bei einer freiwilligen Befragung gab der Mann zu, dass er die Nachrichten schrieb. Weiter erklärte er, dass viele Hassnachrichten online veröffentlicht wurden und er einfach nur dem Beispiel gefolgt ist. Trotzdem tute ihm alles sehr leid.

Kimuras Mutter dankte den Polizisten für ihre Arbeit. Sie bereut es allerdings, dass nicht alle Täter ausfindig gemacht werden konnten, um sie auch zur Verantwortung zu ziehen. Es sei laut ihr notwendig, dass sie mit sozialen Medien zusammenarbeiten und dass Kommunikationsprotokolle lange aufbewahrt werden, damit Menschen vom Verfassen von Hasskommentaren abgeschreckt werden.

Realityshow wird Auslöser für den Hass

Letzten Dezember wurde bereits ein Mann aus Osaka wegen der Hasskommentare festgenommen und angeklagt. Er wurde für schuldig befunden und musste für seine acht Kommentare 9.000 Yen (ca. 70 Euro) bezahlen, was als sehr wenig angesehen wurde.

In seinem Geständnis gab er an, dass er die Kommentare wegen Kimuras Teilnahme an der Realityshow „Terrace House Tokyo“ geschrieben hatte. In einer Episode zeigte sie sich in einem Streit gegenüber einem anderen Teilnehmer recht aggressiv und zog sich damit den Zorn der Zuschauer auf sich. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass die Szene nur gespielt war und Kimura zu dem unsympathischen Verhalten gedrängt wurde.

Hana Kimuras Fall zeigte, dass Japan ein großes Cybermobbing-Problem hat, das nicht länger ignoriert werden kann. Es wurden deswegen mehr Maßnahmen gefordert, um sich vor anonymen Hass im Internet zu schützen und um Täter schneller vor Gericht zu bringen.

Anmerkung der Redaktion: Sollten Sie Suizidgedanken haben, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge (https://www.telefonseelsorge.de). Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhalten Sie Hilfe von Beratern, die schon in vielen Fällen helfen konnten, einen Ausweg aus einer problematischen Situation zu finden.

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