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Überlastung führt zur Kündigungswelle

Kündigungen von medizinischem Personal bringen Corona-Krankenhaus in Schwierigkeiten

Aktuell stehen in Japan viele Krankenhäuser mit ihrem Personal an ihrer Belastungsgrenze und die Menschen sollen sich auf das Schlimmste vorbereiten. Doch auch schon die erste Welle setzte vielen zu. So kündigten zahlreiche Personen bei einem Osaka Corona-Krankenhaus, das nun in großen Schwierigkeiten steckt.

Das Osaka City Juso Hospital im Yodogawa Bezirk der Stadt hat kürzlich Alarm geschlagen. Die Einrichtung mit 18 Fachgebieten wurde am 14. April die erste COVID-19-Einrichtung Japans. Nun bittet das Krankenhaus die Behörden dringend Mitarbeiter aus anderen Krankenhäuser zu entsenden, da sie kurz vor dem Zusammenbruch stehen.

Ärzte und Krankenschwestern kündigen

Grund dafür ist die Kündigungswelle unter den eigenen Mitarbeitern. Zahlreiche Personen, darunter Ärzte, haben das Krankenhaus verlassen. Ab Juni fing das erste Personal an zu kündigen. Bis Oktober hatten 25 Personen die Einrichtungen verlassen, wobei mindestens fünf Ärzte und 14 Schwestern dabei waren.

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Sie mussten lange Stunden arbeiten und auch in Bereichen, für die sie eigentlich kein Fachwissen haben. Einige Ärzte konnten keine Patienten mehr in ihrem Bereich sehen und Schwestern in der Gynäkologie konnten nicht mehr bei Entbindungen helfen.

Aufgrund der zahlreichen Kündigungen wurden im Juli die ambulanten Behandlungen in anderen Abteilungen als der Gynäkologie wieder aufgenommen. Die Zahl der Patienten blieb in anderen Bereichen jedoch weiterhin niedrig, da viele Angst haben sich im Krankenhaus anzustecken.

Lage bleibt trotz Hilfe angespannt

Am 26. November beschloss Osaka dann, Personal aus anderen Einrichtungen wie dem Osaka City General Hospital ins Juso Krankenhaus zu verlegen. Das führte nun jedoch dazu, dass im anderen Hospital Angestellte fehlen, weswegen eine Station für junge Krebspatienten geschlossen wurde.

Der Krankenhausdirektor von Juso, Yukio Nishiguchi, erklärte, dass sie es bei der psychischen Belastung nicht verhindern können, dass Mitarbeiter kündigen. Er macht sich nun jedoch Sorgen, ob sie so weitermachen können. Der Hilferuf hat dabei eine gewisse Ironie, da das Krankenhaus eigentlich extra auf die Behandlung von Coronainfizierten mit mittelschweren Symptomen ausgelegt wurde, um einen Zusammenbruch der Gesundheitsversorgung zu verhindern.

Aber schon während des Ausnahmezustands, als die Zahl der Patienten in dem Bereich stark anstieg, kam es zur Überlastung. Am 16. April nahmen sie keine ambulanten Patienten mehr auf und Operationen wurden alle gestrichen. Um Platz für schwere Fälle zu machen, wurden um die 200 Patienten entlassen oder verlegt.

Krankenhaus kann im Kampf gegen Covid-19 nicht mithalten

Dabei gab es unter anderem Schwierigkeiten 280 hochschwangere Frauen unterzubringen. In der Zwischenzeit wurden 20 Fälle von Covid-19 auf die Tuberkulose Station verlegt, da die Bauarbeiten zu den Coronamaßnahmen auf einer anderen Etage noch liefen. Bis Mai gab es dann 90 Betten für Coronapatienten.

So weit kam es jedoch nicht und schon bei 60 belegten Betten war das Krankenhaus an seinen Grenzen. Grund dafür war das Alter der Patienten. Etwa die Hälfte von ihnen war in den Achtzigern und benötigte besonders viel Hilfe, weswegen der Personalmangel noch mehr Probleme machte.

Dazu fehlt es auch an Ausrüstung, was die Verzweiflung des Krankenhauses verstärkt. Zurzeit haben sie nur zwei künstliche Beatmungsgeräte und keine ECMO-Maschine, die für schwere Fälle die einzige Überlebenschance ist. Nishiguchi sagte dazu, dass sie einfach keine Mittel zum Kämpfen haben. Es sei laut ihm unfair, dass ein Krankenhaus die ganze Last alleine tragen muss, weswegen sie Osaka bitten die Einrichtung von der Liste für Corona-Einrichtungen zu streichen.

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