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Autorin gewinnt mit Roman über Obdachlosen

Autorin Miri Yu gewinnt den renommiertesten Literaturpreis der USA

Das Jahr geht dem Ende zu und damit werden auch noch schnell die letzten Literaturpreise verliehen. Am Mittwoch fand einer der wichtigsten amerikanischen Buchpreise statt, der US National Book Award. Der ging dieses Jahr dabei unter anderem an die japanisch-koreanische Autorin Miri Yu.

Am 18. November wurde von der National Book Foundation während eines Online-Events bekannt geben, dass Miri Yu für ihre Werk „Tokyo Ueno Station“ den Preis für die beste übersetzte Literatur erhält. In einer Online-Presskonferenz erklärte Yu, dass es wichtig sei, die Übersetzung während der Pandemie zu veröffentlichen.

Geschichte eines Obdachlosen

In der aktuellen Zeit haben viele Menschen keinen Ort, wo sie hin können und sie seien hoffnungslos. Das Thema spiegelt sich in ihren Werk wieder und Yu glaub, dass die Darstellung von marginalisierten Menschen die Empathie der Leser gewinnt.

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In „Tokyo Ueno Station“, dass schon 2014 in Japan erschien, geht es um die Geschichte eines älteren Obdachlosen auf der Präfektur Fukushima. Seinen Tag verbringt er üblicherweise im Ueno Park in Tokyo. Yu bricht ein Tabuthema und erzählt eindringlich, wie der Mann eigentlich nach Tokyo kam, um Geld für seine Familie zu Hause zu verdienen.

Der Roman erzählt von seinem Leben als Obdachloser und die Ungleichheit, die in der japanischen Gesellschaft immer noch tief verwurzelt ist. Das Problem und die unsichtbaren Obdachlosen von Tokyo wurden dabei in den letzten Jahren von Japan aufgrund des Wirtschaftswachstums ignoriert, was Yu mit ihrem Werk deutlich machen will.

Nicht der erste Literaturpreis für Yu

Miri Yu wurde 1968 in Tsushiura, Ibaraki als Kind von koreanischen Eltern geboren und gehört zur koreanischen Minderheit in Japan, den sogenannten Zainichi. Während sie zu Anfang noch Theaterstücke schrieb, wechselte sie später erfolgreich zur Literatur. Für ihr Werk Full House erhielt sie 1996 den Noma Literaturpreis und für Family Cinema bekam sie 1997 den renommierten Akutagawa Preis.

Der amerikanische National Book Award gilt neben den Pulitzerpreis als einer der renommiertesten Literaturpreise der USA. Seit 1950 wird er bereits vergeben, wobei jedoch die Kategorie „Translated Literature“ erst seit 2018 in seiner aktuellen Form gibt. Zuvor erhielt bereits 1967 übersetzte Literatur einen eigenen Preis. Die Auszeichnung beschränkte sich allerdings nur auf fiktive Werke und wurde 1983 wieder eingestellt.

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