Stats

Anzeige
Home News Kultur Bekanntes Mitglied verlässt die Vereinigung japanischer Schreine

Weitere Mitglieder tragen sich ebenfalls mit dem Gedanken, auszusteigen

Bekanntes Mitglied verlässt die Vereinigung japanischer Schreine

Rund 79.000 Shinto-Schreine in Japan schlossen sich vor einiger Zeit zur Jinja Honcho zusammen, um ihre Interessen gemeinsam zu vertreten. Im Juni diesen Jahres erklärte eines der bedeutendsten Mitglieder seinen Austritt, nachdem das Vertrauensverhältnis bereits seit Jahren erschüttert war.

Der Kotohira-Gu Schrein in der Präfektur Kagawa wird im Volksmund liebevoll Kompira-san genannt. Der heilige Schrein überraschte Anfang Juni mit der Mitteilung die Vereinigung japanischer Shinto-Schreine zu verlassen. Die Vereinigung pflegt direkten Kontakt zu den Hohepriestern der größten Heiligtümer des Landes, die sie auch selbst ernennt und verfügt über Büros in jeder Präfektur.

Schrein als Mobbing-Opfer

Der Kompira-san liegt auf einem Berg und ist Seeleuten und Seefahrern gewidmet. Das jahrhundertealte Heiligtum ist ein wichtiger Touristen-Hotspot im Westen Japans. Jedes Jahr erklimmen Millionen von Besuchern die 785 Stufen zum Hauptheiligtum. Über 583 weitere Stufen ist das obere Heiligtum zu erreichen.

Mehr zum Thema:
Schrein in Tokyo lässt die Menschen online an den Zeremonien teilnehmen

Das Zerwürfnis erreichte seinen Höhepunkt im November letzten Jahres. Jeder Kaiser führt einmal im Leben die Daijosai-Zeremonie durch, während der er für Frieden und eine reiche Ernte betet. Es ist die Aufgabe der Jinja Honcho, die heiligen Orte dafür anzumelden, wodurch diese mit einem „Heihaku“- Geldopfer bedacht werden.

Diese Sonderzahlung erhalten alle Tempel, die auf Wunsch der Organisation an den Riten teilnehmen, die im ganzen Land zur Daijosai-Zeit stattfinden. Auch der Kotohira-Gu Schrein nahm teil, erhielt die finanzielle Unterstützung aber erst im Januar 2020. Eine direkte Schikane gegenüber dem Heiligtum, da ist sich der Hohepriester sicher.

Bereits seit Anfang an gab es Schwierigkeiten zwischen dem aktuellen Hohepriester des heiligen Ortes und der Jinja Honcho. Nachdem der letzte Hohepriester, der Vater des heutigen Oberhauptes, 1994 verstarb, wollte die Organisation seinen Sohne lange Zeit nicht als Nachfolger anerkennen. Weitere Vorfällen sorgten dafür, dass das Verhältnis immer schlechter wurde.

2015 war die Vereinigung angeblich in zwielichtige Geschäfte rund um den Verkauf eines Wohnhauses für Angestellte des heiligen Ortes involviert. Zwei hochrangige Mitglieder wurde wegen des Vorfalls damals degradiert, erhielten ihre alten Posten nach einer Klage aber wieder zurück.

Offizielle Statements gibt es kaum

Der Verband äußerte sich bisher zu dem damaligen Vorfall noch zur den aktuellen Abspaltung-Plänen von Kompira-san. Die Jinja Honcho wurde 1946 als Antwort auf die Abschaffung des Shinto als Staatsreligion, gegründet. Der Ise-Jingu-Schrein ist Mie ist gemäß Angaben des Organisation der bekannteste heilige Ort Japans.

der bekannteste Schrein Japans
Treppen vor dem Heiligtum des Ise-Schreins
Bild: Sumikai/ Claudia Yoko-chan

Abgesehen vom Kotohira-Gu Schrein äußerten sich auch andere Heiligtümer kritisch über die Organisation, die in den letzten Jahren immer autokratischer geworden sei. Auch aus Oita kommt zum Beispiel massive Kritik an der Personal-Politik der Vereinigung. Der Keta-Taisha-Schrein in der Präfektur Ishikawa trennte sich bereits 2010 nach einem Rechtsstreit, der bis zum obersten Gerichtshof ging, von der Organisation. Er unterstützt jetzt die Entscheidung aus Kanagawa.

Immer mehr Heiligtümer scheinen zu erkennen, dass sie in ihren lokalen Gemeinschaften tief verwurzelt sind und deswegen keiner zentralen Führung bedürfen. Ein Insider ließ durchblicken, dass es wohl noch viele weitere Heiligtümer gibt, die sich stark mit dem Gedanken auseinandersetzen, die Vereinigung zu verlassen, die scheinbar langsam von innen auseinander fällt.

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren:

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here

Anzeige