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HomeNachrichten aus JapanKulturBerühmter Tempel in Nara setzt auf Crowdfunding, um die Unterhaltskosten zu decken

Einsparungen sind überall zu sehen

Berühmter Tempel in Nara setzt auf Crowdfunding, um die Unterhaltskosten zu decken

Der berühmte japanische Horyuji-Tempel kündigte am 15. Juni an, dass er eine Crowdfunding-Kampagne starten wird, um 20 Millionen Yen (ca. 141.620 Euro) für die Finanzierung der Unterhaltskosten zu bekommen.

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Update: Die Kampagne hat ihr Ziel mittlerweile erreicht und um 361 Prozent sogar übertroffen.

Mittlerweile sind solche Kampagnen bei Tempeln in Japan üblich, wenn sie Reparaturen durchführen oder renovieren müssen, da es schwierig ist, die benötigten Gelder anders einzusammeln.

Pandemie hat die Einnahmen deutlich gesenkt

Shobo Ono, der Hauptverwalter des Tempels, sagte, dass die Verantwortlichen zwar besorgt darüber sind, wie die Menschen die Spendenaktion wahrnehmen werden, aber das man keine andere Wahl hat, als so eine Aktion durchzuführen.

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„Wir wollen den Tempel darauf vorbereiten, viele Besucher zu empfangen, wenn die Pandemie unter Kontrolle ist“, so Ono. „Besuche von Gläubigen werden uns am meisten helfen.

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Der Horyuji-Tempel ist der Erste in Japan, der zu einem Weltkulturerbe ernannt wurde und feiert im nächsten Jahr den 30. Jahrestag der Ernennung. Allerdings befindet sich die Anlage seit einigen Jahren in einem sehr schlechten Zustand.

Die Haupteinnahmequelle des Tempels sind die Eintrittsgelder der Besucher, da es kein System gibt, um Spenden zu sammeln. Allerdings hat die Pandemie dafür gesorgt, dass die Zahl der Besucher stark zurückgegangen ist.

Im Geschäftsjahr 2019 wurden fast 650.000 Besucher gezählt. Im darauffolgenden Jahr sank die Zahl auf 200.000. Im Geschäftsjahr 2021 stieg sie wieder auf etwa 350.000 an, blieb damit aber deutlich unter den Zahlen von 2019.

Sparmaßnahmen sind überall im Tempel sichtbar

Angesichts der singenden Besucherzahlen wurden bereits Maßnahmen ergriffen, um Geld zu sparen. So wurde ein Projekt zur Renovierung großer Gebäude um mehrere Jahre verschoben und die Reparatur einiger Statuen und Gemälde wurde abgesagt.

Auch die Instandhaltung des Geländes ist betroffen. Vor der Pandemie gab der Tempel jährlich etwa 20 Millionen Yen (ca. 141.650 Euro) für die Instandhaltung aus, einschließlich Rasenmähen und Beschneiden der Bäume. Die Ausgaben wurden jedoch um 35 Prozent gesenkt und das Ergebnis ist mittlerweile mehr als deutlich zu sehen.

Auf dem 187.000 Quadratmeter großen Gelände des Tempels stehen etwa 150 Gebäude. Davon wurden 55 von der japanischen Regierung als nationales Kulturgut eingestuft, darunter die goldene Halle, die fünfstöckige Pagode und die Halle der Träume.

Außerdem beherbergt der Tempel eine Sammlung von etwa 65.000 Kunstgegenständen, darunter 2.500 Gegenstände, die als Nationalschätze und wichtige Kulturgüter gelten.

Der Horyuji-Tempel soll um 607 von Kaiser Suiko und Prinz Shotoku gegründet worden sein.

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