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Das Angebot lockt die Menschen trotz der Pandemie wieder in die Theater.

Darstellende Künste in Osaka erfinden sich während Corona neu

Mit Einzug der Corona-Viren in Japan brach auch für die Theater und Mitarbeiter der darstellenden Künste in Japan eine schwere Zeit an. Denn in der Pandemie sind die Theater geschlossen und die Darsteller zum Nichtstun verdonnert.

Seit Ende Februar wurden überall in Japan traditionelle Veranstaltungen der darstellenden Künste, wie Kabuki oder Bunraku-Vorführungen, abgesagt oder auf unbestimmte Zeit verschoben. Die Ausrufung des Ausnahmezustandes führte dazu, dass Live-Aufführen fast vollständig aus dem japanischen Alltag verschwunden sind.

Theater überall in Japan geschlossen

Obwohl die Aufhebung des Ausnahmezustandes einen ersten Lichtblick darstellte und den Weg in ein normales Leben ebnet, blieb die Lage für Betreiber von Life-Events und Veranstaltungen weiterhin schwierig. Denn die meisten Theater zeichnen sich nun einmal durch geschlossene Räume, volle Ränge und engen körperlichen Kontakt zwischen den Besuchern aus.

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Deswegen ist es eher unwahrscheinlich, dass Veranstaltungen der darstellenden Künste bald wieder erlaubt sein werden. Die japanische Regierung untersagte bis auf weiteres alle Veranstaltungen, welche die Verbreitung des Virus unterstützen könnten.

Bei klassischen Theater-Aufführungen versammeln sich die Menschenmassen in den Sälen, sowohl auf der Bühne als auch im Publikum wird es dabei eng. Selbst die Proben für die Aufführungen würden oftmals engen körperlichen Kontakt und laute Kommunikation erfordern. Die meisten Betreiber erklären außerdem, dass es sich für sie nicht rentieren würde, wenn sie nur eine begrenze Anzahl Besucher zu den Vorstellungen zulassen würden.

Auch die Darsteller zeigten sich skeptisch, was die Fortsetzung ihrer Arbeit angeht. Betreiber und Darsteller suchten aber auch nach einer Möglichkeit, das kulturelle Leben und die darstellenden Künste am Leben zu erhalten. Deswegen wurde am ersten Juni im Yamamoto Noh-Theater in Osaka eine experimentelle Aufführung veranstaltet.

Bekannte Darsteller erfinden darstellende Künste neu

Bekannte Mitlieder der traditionellen darstellenden Künste, darunter prominente Noh- und Kyogen-Schauspieler sowie Bunraku Tayu (Erzähler) und Rakugo-Erzähler taten sich zusammen, um zu ergründen, wie Aufführungen in der aktuellen Situation möglich sind. Obwohl der Aufruf zu diesem Zusammentreffen eher kurzfristig ausgesprochen wurde, waren die Stars der kulturellen Kansai-Szene sofort dabei, um ihre Kultur zu retten.

Während der Aufführungen wurden verschiedene Vorkehrungen getroffen, um Ansteckungen zu verhindern. Die Anzahl der Zuschauer wurde auf etwa 60 Personen begrenzt, was etwa einem Viertel der normalen Besucherzahl bedeutet. Auch die Anzahl der Darsteller auf der Bühne wurde auf ein Minimum beschränkt.

Das neu aufgeführte Stück trug den Titel „Bou Shibari x Bou Shibari“ (Bou Shibari bedeutet soviel wie einen an Stock gefesselt sein). Die bekannten Darsteller Kanjiro Nakamura und Ippei Shigeyama führten das Schauspiel allein auf. Das Stück bezieht sich auf den physisch distanzierten Lebensstil, der durch den Coronavirus entstanden ist. Eine Szene zeigt sogar wie sich die beiden Darsteller gegenseitig die Hände mit Desinfektionsmittel reinigen.

Osakas Welt der darstellenden Künste
darstellende Künste in Osaka Bild: Sankei Shimbun

Trotz der ungewöhnliche Idee hinter den Szenen zeigen sie doch das Wesen von Kyogen und Kabuki, das von Menschlichkeit und Respekt geprägt ist. In dem Stück wechseln sich vertraute aber auch humorvolle Szenen ab. Es soll die Zuschauer animieren, sich der schwierigen aktuellen Situation zu stellen und sie zu überstehen.

Parallel wurde auf Aufführung aufgezeichnet und soll später über einen bezahlten Online-Stream angeboten werden. Der Erlös soll an die Beteiligten gehen und ihnen helfen, diese schwere Zeit zu überstehen. Gleichzeitig ist es ein Beispiel dafür, wie die Zukunft der darstellenden Künste aussehen könnte.

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