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Nationales Kulturgut

Ehemaliges Bordell in Osaka wird aufwendig rennoviert

In Osaka steht ein Gebäude, das lange Zeit als Bordell genutzt wurde. Danach wurde es in ein Restaurant verwandelt, das es auch heute noch ist. Doch das Gebäude verfällt nun langsam. Diesem Verfall soll nun Einhalt geboten werden.

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Mit einer Crowdfunding-Kampagne wurde genug Geld gesammelt, um das zweistöckige Holzgebäude vor dem weiteren Verfall zu retten.

Ehemaliges Bordell ist nationales Kulturgut

Das Gebäude wird von der Regierung als materielles Kulturerbe geführt und soll eines der größten Bordelle in einem ehemaligen Rotlichtviertel im heutigen Stadtteil Tobita Shinchi im Bezirk Nishinari von Osaka gewesen sein. Um das Jahr 1970 wurde es als japanisches Restaurant Taiyoshi Hyakuban wiedereröffnet.

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Masahiko Sugiura, der in diesem Bezirk eine Immobilienfirma betreibt, war an der Spendensammlung beteiligt.

„Hyakuban ist ein wichtiges Erbe, das die Geschichte unserer Gemeinde repräsentiert“, sagte der 50-jährige. „Unsere Hoffnung ist nicht nur die Anlage hier zu erhalten, sondern auch dazu beizutragen, dass sie gedeiht und die Generationen überdauert.“

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Die Crowdfunding-Aktion brachte bis zum Stichtag dem 10. August mehr als die angestrebten 15 Millionen Yen (etwa 116.010 Euro) ein, sodass die Reparaturarbeiten bereits im Herbst beginnen können.

Gebäude aus der Taisho-Ära

Das Gebäude mit einer Gesamtfläche von etwa 580 Quadratmetern wurde vermutlich in der späten Taisho-Ära (1912-1926) erbaut. Von Kriegsschäden verschont, hat das Äußere noch sein ursprüngliches Aussehen bewahrt.

Das 1918 eröffnete Ausgehviertel wurde nach Inkrafttreten des Gesetzes zur Verhinderung von Prostitution im Jahr 1958 geschlossen. Das war auch das Ende für das Bordell.

Anlage verfällt immer mehr

Hyakuban bietet mit seinen „karahafu“-Eingangsgiebeln, dem zinnoberrot lackierten Geländer und den vom Dachvorsprung herabhängenden Papierlaternen das Ambiente des ehemaligen Rotlichtviertels.

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Das Innere ist ebenso prächtig geschmückt. Der Warteraum ist dem großen Yomeimon-Tor des Nikko-Toshogu-Schreins in Nikko (Präfektur Tochigi) nachempfunden. Blumen, ein Drache und andere Motive schmücken die „Fusuma“-Schiebetüren, Wände und Decken.

Dennoch sieht die Anlage heruntergekommen aus, da seit 2004 keine umfassenden Reparaturen mehr durchgeführt wurden. Die auf die Fusuma-Paneele gezeichneten Illustrationen sehen zwar aus der Ferne schön aus, aber das Papier ist stellenweise abgeblättert, und Teile der hölzernen Unterkonstruktion blähen sich zur Oberfläche hin auf.

Teile der Farbe auf dem zinnoberrot lackierten Geländer befinden sich in einem fortgeschrittenen Stadium des Verfalls und beginnen, abzufallen.

Restaurant leidet unter Corona

„Ich konnte nicht einfach herumsitzen und nichts tun“, sagte Kazumori Miyake, 80, der in der Firma arbeitet, die Hyakuban verwaltet. „Ich hatte schon immer das Gefühl, dass wir etwas tun müssen.“

Das Hyakuban, das für seine Hot-Pot-Gerichte bekannt ist, hat eine maximale Kapazität von etwa 110 Gästen in seinen 13 großen und kleinen Räumen. Aufgrund der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus musste es jedoch seit Frühjahr letzten Jahres wiederholt seine Türen schließen und arbeitet derzeit mit verkürzten Öffnungszeiten.

Die monatlichen Umsätze des Restaurants sind im Vergleich zur Zeit vor der Pandemie um 80 Prozent oder mehr zurückgegangen. Der Betreiber hofft, dass die Kunden in die renovierte Einrichtung zurückkehren werden, sobald sich die Pandemie beruhigt hat.

Auf einer eigens für die Crowdfunding-Kampagne eingerichteten Website können Besucher einen Virtual-Reality-Spaziergang durch das Hyakuban unternehmen.

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