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Entdeckung aus Gifu beleuchtet die Tradition von Ammen in der kaiserlichen Familie

Am ersten Mai bestieg Naruhito als neuer Kaiser den Chrysanthementhron. Er entschied, einige Traditionen der kaiserlichen Familie nicht weiterführen zu wollen.

Ex-Kaiser Akihito, der am 30. April abdankte, war das letzte Kind der kaiserlichen Familie, das von einer „Menoto“, einem Kindermädchen, versorgt wurde. Diese Frauen hatten die Aufgabe, die kaiserlichen Kinder, anstatt der Mütter, zu stillen. Diese Tradition ging bereits mit der Geburt von Naruhito langsam zu Ende.

Bisher gab es kaum Details über die Arbeit dieser kaiserlichen Kinderfrauen. Jüngste Erkenntnisse aus der Präfektur Gifu erlauben einen Einblick in dieses System. Eine alte Schwarz-Weiß-Fotografie zeigt eine Menschenmenge, die sich um eine Frau gebildet hat. Die Frau in der Mitte des Bildes war Toshiko Takenaka, eine ehemalige Menoto, die Akihito noch gestillt hat.

Das kaiserliche Kindermädchen wurde im heutigen Ikeda, in der Präfektur Gifu, geboren und ist dort aufgewachsen. Die Erklärung zu dem Bild sagt aus, dass die Dorfbewohner die Menoto bei ihrer Heimkehr begrüßten und ihr ihre Wertschätzung zeigten. Die Familie der Frau bewahrte das Foto seit dem Tod Toshikos bis heute auf.

Laut Geschichtsbuch Kokushi Daijiten entstand der Begriff „Menoto“ in der Heian-Zeit und erklärt ein System, das von Mitgliedern der Oberschicht bis in die frühe Neuzeit weitergeführt wurde. Ein Wissenschaftler erklärt, dass sich normalerweise zwei Frauen für ein Jahr die Rolle der Menoto teilten. Auch in der Zeit des Kaisers Showa war dies noch normal.

Die Kinderfrauen brachten ihre eigenen Babys mit, die im öffentlichen Wohnheim für Menotos oder in ähnlichen Einrichtungen mit ihren Müttern lebten. Der kaiserliche Haushalt ließ in allen Präfekturen nach Kandidatinnen suchen und unterzog sie eingehender Prüfungen. Akihito und Michiko, die als Bürgerliche geboren wurde, entschieden sich ihre Kinder selbst zu erziehen und deswegen das System der Menoto abzuschaffen.

Eine Recherche ergab, dass Kaiser Hirohito und Kaiserin Nagako insgesamt 18 Menotos für ihre beiden Söhne und fünf Töchter beschäftigten. Eines dieser Kinder war Akihito. Toshiko gehörte zu den drei Kinderfrauen, die Akihito betreuten. Sie begann ihre Arbeit als Menoto im Mai 1934, als sie gerade 20 Jahre alt geworden war. Nur wenige Monate davor brachte die Frau ihre älteste Tochter zur Welt.

Sie zog mit ihrer Tochter und ihrer Familie nach Tokyo, um in der Nähe des Palastes zu leben. Akihito war damals etwa sechs Monate alt. Toshiko stillte den kleinen Prinzen insgesamt sieben Monate lang.

Menotos anstatt der Mütter lange Zeit normal

Bis zur Meiji-Zeit war es üblich, Menotos die kaiserlichen Kinder betreuen zu lassen, um die körperliche Belastung von den Müttern fernzuhalten. Bereits mit Kaiserin Nagako setzte ein Umdenken ein. Sie stillte ihre Kinder tagsüber selbst, nur nachts oder wenn die Kaiserin bei offiziellen Terminen war, mussten die Menotos noch eingreifen.

In den 1930er Jahren, als Akihito geboren wurde, war Japan geprägt von Konflikten. Die wirtschaftliche Lage vieler Familien war schlecht, sodass es nicht nur eine Ehre, sondern auch eine wirtschaftliche Erleichterung für die Familien war, eine Menoto an den kaiserlichen Hof zu schicken. Dementsprechend groß fielen die Abschieds- und Willkommenspartys aus.

Als Toshiko zum kaiserlichen Kindermädchen ernannt wurde, errichtete der örtliche Frauenverein ein Denkmal, das ihren Dienst würdigt. Die Inschrift weist auf die „höchste Ehre“ hin, die diese Stellung bedeutet. Das Denkmal für Toshiko wurde in einem Schrein errichtet.

Zusätzlich zu dem Foto machte die Familie einen Kimono öffentlich, den Toshiko während ihres Dienstes als kaiserliches Kindermädchen selbst getragen hat. Die Familie geht davon aus, dass die Frau die Robe selbst in Gifu kaufte, bevor sie in den Zug nach Tokyo stieg. Toshikos Nichte Etsuko, 73 Jahre alt, sagte, dass ihre Tante während ihrer Schulzeit ihre Klasse besuchte. Sie berichtete damals von ihrer Zeit als Menoto und trug dabei diesen Kimono.

Quelle: AS

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