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Fukui verliert Status als ältester Burgfried Japans

Der Burgfried des Schlosses Maruoka in Sakai (Präfektur Fukui) galt lange Zeit als ältester Japans. Ein neuer Forschungsbericht beweist etwas anderes.

Es stellte sich heraus, dass die Struktur, die zuvor der Periode der kriegerischen Staaten (Ende des 15. Jahrhunderts bis Ende des 16. Jahrhunderts) zugeschrieben wurde, wahrscheinlich erst während der Edo-Zeit (1603–1867) gebaut wurde.

Die Stadtverwaltung von Sakai und die Region Fukui wollten mit der Burg ihre Bekanntheit erhöhen und behaupteten auf ihren Online-Auftritten, dass sie den ältesten Burgfried in Japan ihr Eigen nennen würden. Die Zentralregierung ernannte den Burgfried zum Kulturgut Japans.

Um den Status des Schlosses aufzuwerten, richtete die Bildungsabteilung der Stadt 2015 ein Expertengremium ein, das das Gebäude untersuchen sollte. Die Mitglieder stammten aus verschiedenen Bereichen wie Geschichte, Architekturgeschichte, Archäologie und Struktur-Statik.

Die Hauptbestandteile des Burgfrieds, wie die Pfosten und Balken, wurden mit drei Datierungsmethoden untersucht: Jahresringe zählen, Radiokohlenstoff-Datierung und Sauerstoffisotopen-Verhältnis-Feststellung.

Die Ergebnisse zeigten, dass das Holz, das die Erbauer für die wichtigsten Teile des Bauwerks verwendeten, frühestens in der zweiten Hälfte der 1620er Jahre, also während der Edo-Zeit, gefällt wurde. Die Struktur fiel 1948 in großen Teilen einem Erdbeben in Fukui zum Opfer.

Das Gremium kam zu dem Schluss, dass Honda Narishige, der erste Herr des feudalen Herrschaftsbereichs Maruoka, den Burgfried erbauen ließ. Er übernahm während der Kanai-Ära (1624–1644) die Macht über das Gebiet von Fukui.

Zwei Theorien – eine Wahrheit

In der Vergangenheit gab es zwei Theorien zur Erbauung des Burgfrieds. Eine Version ging davon aus, Shibata Katsutoyo, ein Neffe des Stadthalters Shibata Katsuie, ließ die Festung erbauen. Die andere Version nannte Honda Narishige als Erbauer des Burgfrieds Fukui.

Nach Angaben der Agentur für kulturelle Angelegenheiten hätte die Burg vor der Kanai-Ära erbaut werden müssen, um seinen Status zu erhalten. 1592 wurde auch beim Matsumoto Castle in der Präfektur Nagano ein Burgfried erbaut. In der Präfektur Aichi erhielt das Schloss Inuyama 1601 ebenfalls einen eigenen Burgfried. Diese Tatsachen widersprechen der Behauptung, der Burgfried sei der älteste Japans.

Für die Verantwortlichen der Stadt Sakai ist dieses Ergebnis natürlich entmutigend, schließlich hatte man mit dem Schloss Maruoka große Pläne. Die Stadtverwaltung wollte die Hokuriku-Linie des Shinkansen bis in die Präfektur Fukui verlängern lassen, um so den Tourismus anzukurbeln. Allerdings habe das Schloss von seiner Faszination nichts verloren.

Die Studie zeigt auch, dass der Burgfried später repariert wurde, nachdem er beim Fukui-Erdbeben zusammenbrach. Dafür verwendeten die Restauratoren originale Bestandteile aus der Edo-Zeit. Der Nachbau besaß dieselbe Größe, Struktur und auch der Bau-Stil war derselbe wie früher. An seinem Status als Kulturgut ändert die Studie allerdings nichts.

Quelle: AS

 

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