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HomeNachrichten aus JapanKulturGeburt des ersten Kitzes kündigt Beginn der Schutz-Zeit im Park Nara an

Die Mütter und ihre Kleinen sollen Ruhe bekommen

Geburt des ersten Kitzes kündigt Beginn der Schutz-Zeit im Park Nara an

Ähnlich wie hierzulande ist Japan vom kalten Winter fast direkt zu sommerlichen Temperaturen übergangen, der Frühling fiel auch dort reichlich kurz aus. Trotzdem bleibt er die Zeit, in der sich neues Leben auf der Erde zeigt. So auch im Park von Nara, in dem vor wenigen Tagen die Saison der Rehkitze begann.

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Nachdem die Hanami, die Zeit der Kirschblüte, viele Besucher in den Park lockt, kommen danach ebenso viele, um sich die kleinen Baby-Rehe anzusehen. Die Geburt des ersten Kitzes ist für die Mitarbeiter immer ein wichtiger Termin und so warteten die Verantwortlichen des Nara Deer Parks auch in diesem Jahr wieder ungeduldig darauf, die Geburt des ersten Nachwuchses bekannt geben zu können.

Hirsch-Park in Nara feierte ersten Nachwuchs der Saison

Aus der entsprechenden offiziellen Mitteilung geht hervor, dass es sich in diesem Jahr um ein kleines Mädchen handelt, das als Erstes das Licht der Welt erblickte. Das Rehkitz ist 61 Zentimeter lang und erreichte eine Höhe von 44 Zentimeter. Das Gewicht lag bei 4,6 Kilogramm. Die Verantwortlichen erklärten, dass es Mutter und Kind sehr gut gehe und die Kleine bereits damit beginnt, ihre neue Umgebung zu erkunden.

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Dem ersten Kitz folgen in der Regel bald weitere. Gleichzeitig nutzt die Nara Deer Protection Association diesen besonderen Termin immer wieder dafür, die Besucher zu mehr Rücksicht im Umgang mit den Tieren aufzurufen. Von Mai bis Mitte Juni ist im Nara-Park traditionell die Zeit, in der die Kitze geboren werden. Gerade in dieser Zeit sollen trächtige Tiere und Mütter mit ihren Jungen besonders geschützt werden.

Während dieser Zeit werden die werdenden Mütter ebenso wie die Rehe, die gerade Junge bekommen haben, in einem gesonderten Bereich untergebracht. Dort haben sie mehr Ruhe und können sich voll auf die Aufzucht ihrer Kleinen konzentrieren. Allerdings werden nicht alle Kitze in diesem gesonderten Bereich geboren, einige Tiere verbleiben auf der Anlage, sodass Besucher durchaus die Möglichkeit haben, mit den Neugeborenen in Kontakt zu kommen.

Die Nara-Hirsche werden zu viel mit für sie unverträglichem Futter gefüttert. Dagegen soll nun vorgegangen werden
Die Nara-Hirsche sind Umgang mit Menschen gewohnt. Bild: kyodo

Besucher sollen den Tieren mehr Freiraum lassen

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Aus diesem Grund bittet die Nara Deer Protection Association auch in diesem Jahr die Besucher wieder, die Neuzugänge nur aus sicherer Entfernung zu beobachten. Zu enger Kontakt mit den Kleinen kann die Mütter aggressiv machen und so zu Verletzungen führen. Bei direktem Kontakt mit Menschen besteht die Gefahr, dass die Kitze den Geruch übernehmen, was schlimmstenfalls dazu führt, dass die Mutter es nicht mehr erkennt und sich auch nicht mehr um das Kitz kümmert.

Die Hirsche in Nara sind den direkten Kontakt mit Menschen gewöhnt und werden regelmäßig von Besuchern mit speziellen Reis-Crackern gefüttert. Die Tiere sind außerdem eine der größten Attraktionen der Präfektur Nara. In den letzten Jahren ging die Anzahl an Besuchern wegen der Pandemie stark zurück, weswegen sich auch das Verhalten der Tiere langsam wieder änderte.

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