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Die Bus-Begleiterinnen tragen allerdings ihr eigenen Uniformen – Kimono

Geishas begleiten in Aizu-Wakamatsu jetzt Reisebusse

Die Pandemie stellt viele Menschen in Japan vor große Herausforderungen. Geishas, die eigentlich Menschen auf Veranstaltungen mit ihren Fertigkeiten unterhalten sollen, haben kaum noch Aufträge, denn größere Zusammentreffen finden nicht statt und auch Touristen kommen kaum ins Land.

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Die Geishas in Aizu-Wakamatsu mussten sich ebenfalls nach neuen Tätigkeitsfeldern umsehen und sind fündig geworden. Vor allem Besucher in der Region werden jetzt immer wieder überrascht, wenn sie in einen der Reisebusse einsteigen, denn immer öfter steigen auch die professionellen Unterhalterinnen dazu. Busse, die am Bahnhof der Stadt vorbeifahren, nehmen die Unterhaltungskünstlerinnen auf.

Besondere Begleiterinnen für Touristen

Sie tragen allerdings nicht die Uniform der Busunternehmen, sondern präsentieren sich in einem aufwendigen Furisode-Kimono. Die Damen, die normalerweise in verschiedenen Gasthäusern und Onsen der Region arbeiten, stellen sich vor und begleiten die Touristen dann auf ihrer Tour durch die Stadt.

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Viele Besucher reagieren im ersten Augenblick überrascht, denn die außergewöhnlichen Busbegleiterinnen sind eine völlig neue Idee, wobei auch die Touristen vorher nicht darüber informiert werden. Die Fahrgäste erwarten eigentlich eine normale Tour durch die Stadt mit unterschiedlichen Sightseeing-Spots. Die Menschen tun sich deswegen am Anfang schwer, die Geishas anzusprechen.

Diese begleiten die Busse in der Regel etwa 30 Minuten, vom Bahnhof bis zu einer Haltestelle in der Nähe der Burg Tsuruga, von dort aus begleiten sie auf einer anderen Tour die Touristen wieder zurück zum Bahnhof. Die Aizu Noriai Jidosha und andere Organisationen arbeiten seit November mit den Frauen zusammen, die aktuell im Bezirk Higashiyama im Einsatz sind und dort die Bustouren zu einem echten Erlebnis machen.

Einblicke in die Geisha-Kultur inklusive

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Die Geisha erhalten die Kultur der professionellen Unterhalterinnen aus der Edo-Zeit (1603 – 1867) bis heute am Leben und sind für die Touristen ein echtes Highlight, die auf eine solche Begegnung oftmals nicht vorbereitet sind. Die Begleiterinnen geben der Fahrt ein besonderes Ambiente, das Besucher sonst nur auf entsprechenden Veranstaltungen erleben können.

Geisha unterhält sich mit Touristin
Außergewöhnliche Bus-Begleiterinnen Bild: Asahi Shimbun / Shinji Ueda

Außerdem sollen die Geishas unterstützt werden, die wegen der Pandemie in einer sehr prekären Situation befinden. Sie freuen sich, wieder tätig sein zu können und gleichzeitig vielen Menschen etwas über ihre Kultur zu erzählen. Die speziellen Touren sollen erst einmal bis Februar 2022 angeboten werden und jeweils am Freitag und den Wochenenden stattfinden.

Fahrgäste wissen vorher nicht, welche Geisha die jeweiligen Touren begleitet. Das soll eine Überraschung für die Besucher bleiben. Der Fahrpreis für Erwachsene beträgt 210 Yen (etwa 1,60 Euro) und für Kinder 110 Yen (etwa 90 Cent).

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