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Gesetz erkennt Ainu als indigene Bevölkerung Japans an

Nach mehr als einem Jahrhundert erzwungener Anpassung und Diskriminierung, die die Kultur der Ainu fast auslöschte, werden sie als indigenes Volk anerkennt. Ein entsprechendes Gesetz legten die Abgeordneten bei der aktuellen Sitzung der japanischen Zentralregierung vor.

Der entsprechende Gesetzesentwurf wurde am 5. Februar bei einer gemeinsamen Sitzung der regierenden Liberaldemokratischen Partei mit dem Ministerium für Land, Infrastruktur, Verkehr und Tourismus verabschiedet. Das Gesetz verbietet die weitere Diskriminierung der Ainu. Gleichzeitig sieht es Fördermittel zur Entwicklung des Tourismus auf der Insel Hokkaido vor. Dort liegt die Kernheimat des indigenen Volkes.

Die Regierung geht davon aus, dass das Gesetz noch in der laufenden Legislaturperiode entschieden wird. Shiro Kayano, Sohn des verstorbenen Shigeru Kayano, des ersten Parlamentariers des Ainu-Volkes, bezeichnet den Gesetzesentwurf als Schritt nach vorn.

Der Gesetzesentwurf vertritt das Ziel, eine Gesellschaft zu realisieren, in der der Staat den Stolz des Ainu-Volkes als ethnische Gruppe respektiert. Gesetzliche Bestimmungen, denen die Menschen noch unterworfen sind, sollen lockerer ausfallen, sodass sie zum Beispiel ihre traditionellen Fangmethoden wieder anwenden dürfen.

Im Haushaltsplan 2019 plant die Regierung einen Zuschuss von einer Milliarde Yen (8 Millionen Euro) für die Entwicklung der indigenen Kultur ein. Das vorliegende Gesetz konzentriert sich auf die Förderung der Ainu-Kultur und verschiedene soziale Maßnahmen, um das alltägliche Leben der Ainu zu verbessern. Mit dem neuen Gesetz soll ein umfassendes Maßnahmenpaket zur Förderung der lokalen Gemeinschaften und Industrien umgesetzt werden. Der internationale Austausch spielt ebenfalls eine wichtige Rolle.

Verschiedene Faktoren machten diesen Schritt notwendig. Im Hinblick auf die Olympischen Spiele 2020 plant die Regierung die Stellung der Ainu zu verbessern. Immerhin erwartet das Land mehr als 40 Millionen ausländische Touristen. Passend dazu öffnet im April 2020 das National Ainu Museum and Park in Shiraoi auf Hokkaido. Das Museum soll jährlich eine Million Besucher anlocken.

Bild: By National Museum of Denmark from Denmark via Wikimedia Commons

Das Volk der Ainu sah sich ein Jahrhundert lang Diskriminierung, Armut und der Angst der Auslöschung ihrer Kultur ausgesetzt. Ihre Kernheimat Hokkaido lief im Jahr 1868 an die Meiji. Diese erkannte nicht nur die Kultur der Einwohner nicht an, verschiedene Gesetze nach 1899 lehnten ihre Gemeinschaft komplett ab. Durch diese sollte die indigene Bevölkerung von der Gesellschaft assimiliert werden.

Erst 1997 schaffte die Regierung dieses Gesetz ab und ersetzte es durch eines, das die Kultur der Ainu fördert. In verschiedenen Umfragen zeigt sich immer noch, dass sich die Nachkommen der Ainu zurückgesetzt fühlen. Eine 2017 von der Regierung durchgeführte Umfrage auf Hokkaido bewies dies. Nur 33,3 Prozent der Ainu besuchten eine Universität, bei den Japanern lag der Wert bei 45,8 Prozent. Außerdem gaben 23,2 Prozent der Befragten an, sich immer noch diskriminiert zu fühlen.

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