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HomeNachrichten aus JapanKulturGroße Parade des Gion Festivals abgesagt

Der traditionelle Wagen wurde trotzdem gebaut, damit das Handwerk dahinter in Erinnerung bleibt

Große Parade des Gion Festivals abgesagt

Am 1. Juli startet in Kyoto immer das Gion Festival, dessen Höhepunkt große Paraden sind. In diesem Jahr müssen diese wegen der fortschreitenden Corona-Pandemie erneut abgesagt werden. Das Highlight der Paraden sind normalerweise große dekorative Festwagen.

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Selbst wenn die Parade nicht stattfinden wird, haben die ersten Teilnehmer trotzdem damit begonnen ihre Wagen aufzubauen, sodass die traditionellen Techniken, die dafür nötig sind, nicht in Vergessenheit geraten. Bereits im letzten Jahr musste die Parade abgesagt werden. Die japanische Regierung stufte die Wagenbaukunst, wie sie für den Gion Festwagen gebraucht wird, als immaterielles Kulturgut ein. Die Wagen werden mit der sogenannten „Nawa Garami“-Seilbindetechnik zusammengehalten.

Gion Festival als Beitrag zum Kampf gegen die Pandemie

Die Verantwortlichen der Gion-Festival-Wagenvereinigung und des Yasakajinja-Schreins erklärten sich damit einverstanden, den Aufbau zu erlauben, sofern alle Maßnahmen des Infektionsschutzes strikt eingehalten werden. Das Festival in diesem Jahr sei nur eine Zwischenlösung, damit das Gion Festival im nächsten Jahr wieder wie gewohnt stattfinden kann. Die Tradition hinter dem Festival reicht mehr als 1.000 Jahre zurück und soll eigentlich helfen, Krankheiten und andere Plagen von Kyoto und dem japanischen Volk fernzuhalten.

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Insgesamt gibt es 33 Festwagen, die aufgebaut werden könnten, selbst wenn sie nicht in der großen Parade fahren werden. Der Takayama-Festwagen wird aktuell umgebaut und soll im nächsten Jahr wieder durch die Straßen Kyotos fahren. Alle Wagen der Parade werden nur mit Seilen zusammengehalten und individuell von verschiedenen Vereinigungen aus der Region betreut, wobei der Aufbau ein eigenes Kunsthandwerk darstellt.

Allerdings sind sich die Vereine uneins, ob die Wagen in diesem Jahr aufgebaut werden sollen oder nicht. Bisher kündigten 17 Verbände an, ihre Wagen trotzdem aufbauen zu wollen. Es gehe vor allem darum, die Fähigkeiten weiterzugeben. Außerdem sei das Gion Festival nicht nur eine Show für die Besucher, sondern eine Maßnahme im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Einige Verbände entschlossen sich aber, in diesem Jahr abzusagen, da man sich der öffentlichen Meinung unterwerfen müsse und alles tun sollte, um die Ausbreitung des Virus zu vermeiden.

Gion-Festival unter strengen Regeln
Gion-Festwagen wird aufgebaut Bild: Asahi Shimbun / Yoshiko Sato

Strikte Regeln für Besucher und Teilnehmer

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Das Gion-Festival besteht eigentlich aus zwei Teilen – Saki Matsuri (erstes Fest) und Ato Matsuri (zweites Fest). Der Höhepunkt jedes Festes ist eigentlich eine große Parade, die am 17. und 24. Juli stattfinden würde. In der Regel beginnen die Vereine eine Woche vor der Parade mit dem Aufbau der Festwagen. Die Organisatoren haben strenge Regeln für die Wagenbauer aufgestellt.

Jeder Verein muss eine Person benennen, die die Umsetzung der Corona-Maßnahmen überwacht. Besuchern ist der Zutritt zu den Gebäuden der Verbände, an denen die Dekorationen und Bestandteile der Wagen aufbewahrt werden, strikt untersagt. Die Festwagen selbst dürfen nicht bestiegen werden. Alle Veranstaltungen, einschließlich der Präsentation der Wagen, müssen spätestens um 19 Uhr beendet werden. Außerdem müssen Vereine während des Festes Wachen aufstellen, die dafür sorgen, dass sich die verschiedenen Besuchergruppen des Festivals nicht treffen.

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