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Haiku soll ein immaterielles Kulturerbe der UNESCO werden

Haiku soll als immaterielles Kulturerbe der UNESCO registriert werden

Japans Haiku-Kreise setzen sich verstärkt für die Eintragung der traditionellen Gedichtform als immaterielles Kulturerbe der UNESCO ein. Bis dahin ist es jedoch kein leichter Weg.

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Erst diesen Februar gab die japanische Regierung bekannt, dass jede Kulturform, die für eine Eintragung infrage kommt, zunächst als nationales immaterielles Kulturgut registriert werden muss, bevor sie bei der UNESCO angemeldet werden kann. Die japanische Kalligrafie („Shodo“) und das traditionelle Sake-Brauen wurden bereits im letzten Oktober im Rahmen der neuen Regelung offiziell als immaterielle Kulturgüter registriert. Allerdings wurde bisher nur die Braukunst für eine UNESCO-Registrierung in Betracht gezogen.

Was für eine Registrierung als immaterielles Kulturgut nötig ist

Für jedes immaterielle Kulturgut, das offiziell registriert werden soll, wird eine Gruppe von Personen benötigt, die das Kulturgut und die damit zusammenhängende Praxis schützt und weiterführt.

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Nun hat die Haiku International Association (HIA) beschlossen, sich intern neu zu organisieren und eine eigene offizielle Gruppe zur Erhaltung der traditionellen Dichtkunst zu gründen, um eine entsprechende Registrierung möglich zu machen.

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Die HIA entstand 2017 durch einen Zusammenschluss von vier Haiku-Kreisen. Mit an der Gründung beteiligt waren die ursprüngliche Haiku International Association (HIA), die Association of Japanese Classical Haiku, die Association of Haiku Poets und die Modern Haiku Association.

Zusammen mit einigen lokalen Regierungen gründeten sie ein Komitee zur Förderung der UNESCO-Registrierung des Haiku.

Mukai Otaka, der Präsident der HIA, setzt große Hoffnungen in ihr gemeinsames Projekt.

„Wir werden betonen, dass das Haiku als traditionelle japanische Literaturkunst eine Form der kurzen Poesie ist, die den Frieden anstrebt, und dass es einen Beitrag für die ganze Welt leisten kann.“

Haiku als Friedenssignal

Um ihr Vorhaben voranzubringen, lud die HIA den belgischen Politiker Herman Van Rompuy für den 11. Juli zu einem Symposium in der japanischen Präfektur Kanagawa ein. Dort hielt er eine Grundsatzrede zur Förderung des Haiku als UNESCO-Kulturerbe.

Van Rompuy wurde 2015 vom damaligen Außenminister und heutigen Premierminister Fumio Kishida zum „Haiku-Botschafter für die Freundschaft zwischen Japan und der EU“ ernannt.

Während seines Vortrags erklärte er den Anwesenden unter anderem, dass Haiku-Dichter weder Gewalt noch Krieg tolerieren könnten und dass Haiku ein Friedenssignal für die Welt sein könne, die mit einer sehr realen Kriegsgefahr konfrontiert ist.

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