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Gärten die verzaubern

Harmonie, Ruhe und Gleichklang: Asiatische Gärten

Asiatische Gärten haben den Ruf, durch ihre Exotik und ihr harmonisches Gesamtbild ihre Besucher zu verzaubern und präsentieren oft bis zur Perfektion kopierte Natur.

Darüber hinaus verfügt die asiatische Gartenkunst über spezielle Spielformen wie zum Beispiel den Kiesgarten, den Zen-Garten oder den Feng-Shui-Garten. Chinesische Gärten setzen durch ihre Gebäude klare Zeichen. Typische Formen, traditioneller Bauten und fernöstliche Romantik sorgen für einen Ruhepol in der turbulenten Hektik des Alltags. Der Beitrag stellt die Merkmale chinesischer und japanischer Gärten vor.

Die Merkmale eines chinesischen Gartens

Chinesische Gärten sind sehr individuell. Es gibt sie in unterschiedlichen Größen, mit unterschiedlicher Gestaltung und mit unterschiedlichen Funktionen.

Im alten China dienten chinesische Gärten in erster Linie als Rückzugsort zur Meditation. Doch es gibt natürlich auch chinesische Gärten für weltliche Aktivitäten wie zum Beispiel einen erholsamen Spaziergang oder zur Schmetterlingszucht.

Elemente im Garten

Die chinesische Kultur spielt mit den Elementen Wasser, Erde, Feuer, Himmel, Steine, Metall und Holz. Im Feng-Shui ergibt die perfekte Verbindung der Elemente ein symbiotisches Ergebnis, in dem Ruhe, Harmonie und Kraft dominieren.

Die Lehren des Feng-Shui finden übrigens nicht nur in Gärten Anwendung, sondern auch im Wohnbereich. Vorrangiges Ziel ist, die Energien fließen zu lassen, sodass ein positives Umfeld erzeugt wird.

Ein Teehaus dient als Zentrum eines chinesischen Gartens.
Ein Teehaus dient als Zentrum eines chinesischen Gartens.

Wie im Beitrag „Entspannungsoase im Spiel der Elemente – Der Chinesische Garten“ zu lesen ist, ist ein typisches und unverwechselbares Merkmal chinesischer Gärten der Kontrast zwischen weichen und harten Elementen.

So dienen der harte Stein und das flexible Wasser als Symbol stellvertretend für Ying und Yang. Beides ist völlig entgegengesetzt in seiner Charakteristik und dennoch gehört es zusammen. Seit hunderten von Jahren zählen auffällig geformte Steine und Felsen zu den besonderen Merkmalen in einem chinesischen Garten.

Hier gilt der Grundsatz: „Der Stein muss mager sein und faltig wie ein 100-jähriger“. Es ist besonders wichtig, die Steine mit Bedacht auszuwählen, und sie geschickt zwischen den zahlreichen Pflanzen zu platzieren.

Ein weiterer zentraler Bestandteil eines chinesischen Gartens ist ein klassischer Teepavillon, der als Rückzugsort dient. In der Regel ist er so ausgerichtet, dass der Blick aufs Wasser fällt, welches die ruhige und kraftspendende Charakteristik des Ortes unterstreicht.

Die Merkmale eines japanischen Gartens

In einem japanischen Garten haben Steine eine Seele. Stille hat in japanischen Gärten eine übergeordnete Funktion, denn sie ermöglicht es, sich selbst zu reflektieren.

Wer ganz besonders leise ist, kann vielleicht die alten, ausgewählten Steine flüstern hören, so wird es zumindest erzählt. Japanische Gärten symbolisieren häufig philosophische und geschichtliche Aspekte Japans.

Sie folgen einem eigenen Leitmotiv, so ist es auch in dem berühmten Kōraku-en Garten in Okayama, dem Kenroku-en Garten in Kanazawa und dem Kairaku-en Garten in Mito – allesamt beliebte Reiseziele in Japan.

Ebenfalls sehenswert, jedoch nur Hotelgästen vorbehalten, ist der japanische Garten des Hotels Chinzanso in Tokyo. Hier können Besucher spektakuläre Bilder von heraufziehendem Nebel bewundern, der den Garten zu einem magischen Ort macht.

Japangärten im Wandel der Zeit

Japanische Gartenkunst hat sich über die Jahrtausende gewandelt. Ursprünglich wurden Steine als Gebetsstellen eingerichtet. Kiesbedeckte Flächen wurden bei Shinto-Schreinen oder in Innenhöfen buddhistischer Tempel angelegt.

Religiöse und kulturell geprägte Eigenschaften flossen aus China und Indien nach Japan, Feng-Shui-Prinzipien etablierten sich in den japanischen Gartenanlagen.

Kiesflächen und klare Linien

Auch wenn die Größe und Gestaltung japanischer Gärten inzwischen weit mehr als eine Kiesfläche ist, so bleiben Steine und sauber geharkte Kiesflächen zentrales Gestaltungselement eines japanischen Gartens.

Dieses Merkmal zieht sich durch alle Stilrichtungen und Epochen hindurch. Steinformationen oder Felsen stellen ein Symbol für Berge, Inseln oder Felsen dar, können aber auch als Ersatz für Wasserfälle dienen. Die Kieselsteine und feinen Sandflächen, die mit so viel Sorgfalt geharkt werden, symbolisieren Wasserflächen mit ihren Strudeln und Wellen.

Yin und Yang

Als Gegenpol zu den schroffen Gesteinen und bewegten Wasserflächen gehören sanfte Hügel zu den Merkmalen eines typischen japanischen Gartens. Auch hier findet sich das Prinzip von Yin und Yang wieder.

Es geht um Ausgewogenheit und Ergänzung, die gegenseitige Unterstützung. Yin und Yang lassen sich in Miniaturform darstellen oder aber durch Symbole vermitteln.

Stark geschnittene Sträucher und Gehölze können Berge symbolisieren, während die fein geharkten Kiesflächen das Wasser darstellen.

In japanischen Gärten finden Gehölze gezielt Anwendung, um eine Perspektive zu schaffen. Unverzichtbar sind Ahorn und Ginkgo, Kamelien und Kiefern.

Die Perspektive entsteht dadurch, dass ähnlich wie auf einem perspektivisch gezeichneten Bild, Bäume in unterschiedlicher Größe hintereinander und auf unterschiedlichen Ebenen geschickt hintereinander platziert werden.

Die Japaner sind Meister darin, auf kleiner Fläche eine große Welt zu erschaffen, indem sie Perspektiven schaffen und Texturen kombinieren. Der Einsatz von Bonsai-Formen hat dabei Tradition.

Der Zen-Garten

Ein Zen-Garten ist ein spezieller japanischer Garten, in dem die Natur idealtypisch präsentiert wird. Zu den Gestaltungselementen gehören streng genommen lediglich Kies, Steine, Felsbrocken und Moos als ausschließliche Pflanzenart.

Doch in modern abgewandelten Zen-Gärten sind auch Sträucher oder Kleinbäume zu finden.

Die einzigartige Harmonie und Ästhetik sorgt für eine entspannte Atmosphäre und bieten Besuchern die Möglichkeit, ihren Geist zur Ruhe zu bringen. Fein geharkte Sand- oder Kiesflächen, symbolhaft platzierte Steine und wenige, ausgesuchte Pflanzen und Moose werden einem Gemälde gleich so angeordnet, dass der Zen-Garten eine besondere Tiefe und Ruhe ausstrahlt.

Dabei finden nicht nur Besucher beim Betrachten des Gartens Ruhe. Auch die Anlage und Pflege dient rein praktisch zur Entspannung des Geistes.

Zen-Gärten bieten zudem einen stillen Ort, um sich beispielsweise der Schreibkunst zu widmen, Blumenarrangements zu kreieren oder eine Teezeremonie zu zelebrieren. Kunstvolles ist in einem sehen Garten ideal aufgehoben.

Asiatische Gärten in Deutschland besuchen

Wer nicht die Gelegenheit hat, nach Japan zu reisen, kann sich einen echten japanischen Garten auch in Deutschland ansehen.

Hier empfiehlt sich zum Beispiel der Besuch der Gärten der Welt in Berlin, gelegen im Bezirk Marzahn-Hellersdorf. Auf einer Fläche von 43 Hektar bietet das Areal attraktive Spazierwege und Infotafeln für Besucher, um sie über die Besonderheiten der gezeigten Gärten aufzuklären.

Zu sehen sind unter anderem Gärten aus China, Japan, Bali und Korea.

Abbildung 1: pixabay.com © ADD (CC0 Creative Commons)

Abbildung 2: pixabay.com © Mariamichelle (CC0 Creative Commons)

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