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Für viele ist das Zusammensitzen am Jahresende einfach nur noch nervig

Immer mehr Japaner suchen Wege, sich vor Bonenkai-Partys am Ende des Jahres zu drücken

In Japan werden Feiern in der Firma, um das Jahr abzuschließen, als Bonenkai bezeichnet, was so viel bedeutet wie „Vergiss das Jahr“. Die Idee dahinter ist, dass im letzten Jahr viel passiert ist, sowohl Positives als auch Negatives. Bei einer abschließenden Feier sollen alle schlechten Aspekte losgelassen werden, sodass man unbeschwert ins neue Jahr startet.

Was als positive Erfahrung für alle Angestellten gedacht ist, entwickelt sich in letzter Zeit vermehrt zum Ärgernis. Während die Angestellten den ganzen Tag im Büro arbeiten, müssen sie anschließend noch die Bonenkai-Nacht mit ihren Kollegen und Vorgesetzten verbringen. Alkohol und Small Talk gefallen jedoch lange nicht mehr allen Japanern.

Bonenkai sind heute eher out

In der Regel ist es auch heute noch so, dass die Firma die Kosten für das Bonenkai übernimmt, was die Situation insgesamt aber nur bedingt besser macht. Unter dem Strich stecken die Unternehmen viel Zeit und Geld in die Organisation einer Veranstaltung, die viele Mitarbeiter nicht glücklicher, sondern eher unglücklicher ins neue Jahr starten lässt. Ein japanischer Twitter-Nutzer teilte online seine Gedanken zum Thema Bonenkai und was Firmen alternativ anbieten könnten.

Nachdem der Mann sich mit einer Personalberatungs-Firma unterhalten hatte, kam er zu dem Schluss, dass das Bonenkai-System vollständig abgeschafft werden sollte. Die Firmen sollten ihren Mitarbeitern einfach einen Umschlag mit 10.000 Yen (83,20 Euro) überreichen und ihnen sagen, dass sie sich mit dem Geld eine schöne Zeit machen sollen. Zusätzlich sollten die Chefs ihre Mitarbeiter einfach um 12 Uhr nach Hause schicken. Auf diese Weise würden die Unternehmen Geld sparen und die Arbeitnehmer wären insgesamt auch zufriedener.

10.000 Yen sind an dieser Stelle allerdings schon sehr großzügig bemessen. Rechnet man die Kosten für ein Bonenkai zusammen, das mindestens zwei Stunden dauert, kommen allerdings für Essen und Getränke leicht 4.000 Yen (33,30 Euro) pro Person zusammen.

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Viele Japaner schließen sich der Idee an

Viele Kommentatoren schlossen sich mittlerweile der Idee des Twitter-Nutzers an und sie hoffen, dass einige Chefs diese Mitteilung ebenfalls lesen und vielleicht für ihr Unternehmen umsetzen. Eine große Zahl der Angestellten hat heute keine Lust mehr, sich nach der Arbeit noch mit den Kollegen zusammenzusetzen. Dementsprechend ungeliebt sind auch die Bonenkai-Partys zum Jahresende.

Für dieses Jahr stehen die Chancen für den Vorschlag des Twitter-Nutzers aber schlecht, denn der Dezember ist schon recht weit fortgeschritten und die meisten Feiern sind schon geplant. Außerdem dauert es in Japan immer etwas, bis sich soziale Angewohnheiten tief greifend ändern.

Hachima Kiko

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