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Immer mehr Menschen kämpfen gegen unsinnige Schulregeln in Japan

Regeln ohne Sinn und Verstand

Schulen in Japan haben oft sehr unsinnige Schulregeln, die das Persönlichkeitsrecht der Schüler verletzen.

Während einige Regeln einfach nur totaler Quatsch sind und man lächelnd den Kopf schütteln kann, sind viele der Regeln eher als drakonisch zu erachten. An einigen Schulen dürfen Schüler kein Wasser trinken, wenn sie auf dem Schulgelände sind oder man sich auf dem Heimweg befindet. Viel Aufmerksamkeit hat eine Regel bekommen, die eine Schülerin dazu zwang, ihr Natur-braunes Haar schwarz zu färben.

Ein paar Beispiele für sehr unsinnige Schulregeln:

  • Schülern ist das Auftragen von Sonnencreme in der Schule untersagt.

Wer den Sommer in Japan kennt, weiß, dass die Hitze schnell sehr hochklettert und die Sonne erbarmungslos brennen kann.

  • Schülerinnen ist es untersagt, Strumpfhosen zu tragen.

Eine Regel, die tatsächlich an vielen Schulen vorkommt. Da Schülerinnen oft Röcke tragen, sind Strumpfhosen eine normale Methode sich warmzuhalten. Dass Eltern gegen dieses Verbot Sturm gelaufen sind, muss man wohl nicht erwähnen.

  • Schülern ist das Tragen von farbiger oder gemusterter Unterwäsche untersagt.

Bei dieser Regeln kann man nur vermuten, dass der Schulleitung solche Unterwäsche wohl nicht gefällt.

  • An kalten Tagen können die Schüler einen Pullover mit V-Ausschnitt tragen, Strickjacken sind jedoch verboten.

Auch hier können wir nur vermuten, dass die Schulleitung keine Strickjacken mag, anders ist diese Regeln nicht zu erklären.

  • Schüler müssen sich die Erlaubnis der Schule einholen, wenn sie in den Urlaub fahren

Wenn es während der Schulzeit ist, okay, das ist normal. Diese Regel erstreckt sich allerdings auch auf die Ferien.

  • Schüler müssen die Erlaubnis der Schule einholen, wenn sie woanders übernachten wollen.

Auch hier muss in der Ferienzeit nachgefragt werden. Videoabend mit Freunden ist also nicht ganz so einfach. Übrigens, es zählt auch die Übernachtung bei einem Elternteil, wenn die Eltern geschieden sind.

  • Schüler dürfen während des Unterrichts nur dreimal niesen.

Hierzu fällt uns ehrlich gesagt auch nichts mehr ein.

  • Männliche und weibliche Schüler müssen mindestens zwei Meter Abstand halten.

Auch hier stellt sich die Frage, wie man diese Regel umsetzen, will? Daraus ergibt sich übrigens viel Potenzial, um die Mitschüler zu ärgern

  • Schüler müssen sich die Erlaubnis einholen, wenn sie sich während der Sommerferien die Haare schneiden lassen wollen.

Auch hierzu fällt uns echt nichts mehr ein.

Diese Regeln finden sich so bei einigen Schulen in Japan und kamen alle die letzten zwei Jahre ans Licht.

Einhaltung der Regeln wird genau kontrolliert

Und diese Regeln sind keine Regeln, die zwar aufgeschrieben sind, aber keine Anwendung finden. Im Gegenteil! Die Schulen achten genau darauf, ob sie eingehalten werden. Um die Frage vorwegzunehmen, wir wissen auch nicht, wie es sich bei der Regel mit der Unterwäsche verhält und wollen uns das auch nicht vorstellen.

Jede Schule legt ihre eigenen Regeln für ihre Schüler fest, wie sich herausstellt oft mit sehr viel Kreativität. Allerdings kommen die Schulen nicht mehr so einfach damit durch, denn immer mehr Menschen kämpfen gegen die unsinnigen und oft auch schädlichen Regeln an.

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Im August erhielt das japanische Bildungsministerium eine Petition mit 60.334 Unterschriften. Die Petition forderte eine Untersuchung der Schulregeln.

Die Gruppe hinter der Petition heißt „Black kosoku o nakuso! Project“ (Projekt zur Beseitigung der schwarzen Schulregeln) und besteht aus Menschen, die sich Gedanken um die Schüler machen, darunter auch viele Menschen, die in der Bildung tätig sind.

In einer Umfrage von 2018 unter 15- bis 50-Jährigen gaben etwa 25 Prozent der Befragten an, dass die Haarlänge in der Schule geregelt ist. Die Ergebnisse zeigten jedoch eine Zunahme anderer Regeln, darunter Verbote für das Rasieren von Augenbrauen und sogar Vorschriften für die Farbe der Unterwäsche von Schülern, was auf einen weitverbreiteten Trend hinweist, die Kontrolle zu verstärken.

Nicht jede Regel ist schlecht, aber viele unsinnig

„Es gibt vernünftige, notwendige Regeln, aber es gibt keine Notwendigkeit für Regeln, die in die Persönlichkeit eines Schülers eingreifen“, so eine Mitarbeiterin, die an der Umfrage beteiligt war.

Im vergangenen Jahr hat der Fall einer Schülerin, die von einer Oberschule in Osaka gezwungen wurde, ihr natürliches braunes Haar schwarz zu färben, für viel Kritik gesorgt.

Als Reaktion forderte das Präsidium für Präfekturbildung alle seiner Gerichtsbarkeit unterliegenden öffentlichen Hochschulen auf, ihre Regeln auf ihren Websites zu veröffentlichen oder anzugeben, ob sie keine Regeln haben.

In Tokyo haben die Junior High Schools des Setagaya Wards im Herbst dieses Jahres damit begonnen, ihre Regeln auf ihren Webseiten zu veröffentlichen, nachdem ein Mitglied der Versammlung des Setagaya Wards einige Regeln hinterfragt hatte.

Trotzdem gibt es noch zu viele unsinnige Regeln und der Kampf geht weiter, denn es gibt viele Schulen, die sich weigern, ihre Regeln öffentlich zu machen oder sie abzuschaffen.

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