Stats

Anzeige
Home News Kultur Jahrhunderte altes Badehaus in Kyoto wird zum Kulturgut

Von 20 Badehäusern sind nur noch zwei übrig

Jahrhunderte altes Badehaus in Kyoto wird zum Kulturgut

Die Stadt Maizuru in der Präfektur Kyoto liegt sehr nah am Meer und blickt auf eine lange Geschichte zurück, in der Badehäuser eine wichtige Rolle spielen.

Das öffentliche Badehaus „Hinodeyu“ feiert in diesem Jahr ein 100-jähriges Bestehen und soll zur Feier des Tages als materielles Kulturgut ausgewiesen werden. Damit wäre Maizuru die erste Gemeinde in Japan, in der mehrere Sento (öffentliche Badehäuser) es auf diese Liste geschafft haben.

Seit 100 Jahren im Dienst des Besuchers

Das Hinodeyu befindet sich im Stadtteil Yoshihara, der seit der Edo-Zeit (1603 – 1867) als Fischer-Viertel bekannt ist. Das Viertel liegt direkt an der Bucht, deswegen viele Häuser auch über das Wasser erreichbar sind. In dieser Gegend bestimmen noch heute traditionelle „Machiya“-Häuser das Stadtbild.

Lesen Sie auch:
Historische Rutsche in Japan wird zum Kulturgut

Kunden, die das traditionsreiche Gebäude in Kyoto betreten, werden direkt an der Tür begrüßt und anschließend in getrennte Bereiche für Männer und Frauen weitergeleitet. Der Eintritt beträgt 450 Yen (3,60 Euro) pro Person und erlaubt dann die Benutzung aller Bade-Möglichkeiten.

In der Umkleide stehen bis heute altmodische Massage-Sessel, wie sie vor 60 Jahren installiert wurden. Diese können für 10 Yen bis heute benutzt werden. Ursprünglich bestanden die Badezimmer aus Stein. Vor 70 Jahren wurde das Badehaus renoviert, seitdem sind vorrangig Fliesen zu finden.

Das heiße Wasser lindert Verspannungen und kann vor allem besonders gut genossen werden. Ein Oberlicht gewährt einen freien Blick auf die Abenddämmerung und den nächtlichen Sternenhimmel. Das Wasser des Badehauses stammt aus einem Fluss, der vom Berg Gorogatake herabfließt und in der Bucht vor Maizuru endet.

Geschichte mit Blick auf die Tradition
seit 100 Jahren in Kyoto zu finden Bild: Naoki Okubo

Das erste Sento-ähnliche Gebäude anstand bereits 1917 als Gemeinschaftsbad und ab 1920 wurde es ein öffentliches Badehaus. Der aktuelle Betreiber arbeitete bereits seit frühester Kindheit im familieneigenen Betrieb mit. Früher ließen vor allem Fischer im Hinodeyu die Seele baumeln.

Kyoto um 16 Kulturgüter reicher

Am 17. Juli empfahl der Rat für kulturelle Angelegenheiten dem Kulturministerium das Haus in Kyoto ins Register für die nationalen Kulturgüter aufzunehmen, weil sich das Gebäude an sich perfekt in die umgebende Landschaft einfügt. Das Wakanoyu, eine weiteres Sento aus Maizuru wurde 2018 als materielles Kulturgut ausgewiesen.

Zur Hochzeit der Badehäuser in Kyoto gab es allein in Maizuru 20 Sento, heute sind nur noch das Hinodeyu und das Wakanoyu übrig. Neben dem Sento wurden 16 weitere Gebäude in Kyoto für eine Registrierung in der Liste der Kulturgüter vorgeschlagen. Durch eine Anerkennung steigt die Gesamtzahl der anerkannten Kulturgüter in Kyoto auf 608.

Zu den empfohlenen Gebäuden gehören das Haus des japanischen Malers Kijiro Ota (1883-1951), das gleichzeitig als Atelier in Kyoto dient. Das Eingangstor und die Mauer der Schule der Koka-Frauen-Bildungseinrichtung in Ukyo sollten ebenfalls auf die Liste der Kulturgüter gesetzt werden.

Anzeige
Anzeige

Das könnte sie auch interessieren