Anzeige
HomeNewsKulturJahrhundertealte buddhistische Statuen stellen sich als vergessenes Paar heraus

Verbundenheit wird zufällig entdeckt

Jahrhundertealte buddhistische Statuen stellen sich als vergessenes Paar heraus

In den vielen Tempeln und Schreinen Japans gibt es zahlreiche Kunstwerke, mit einzigartigen Geschichten. Kürzlich wurde festgestellt, dass zwei verschiedene buddhistische Figuren sich sehr ähnlich sehen und deswegen vermutlich vor Hunderten Jahren mal zusammen aufgestellt wurden.

Bei den Figuren handelt es sich um kleine Statuen aus Bronze, die jeweils Mahasthamaprapta und Kannon darstellen. Mahasthamaprapta befindet sich im Privatbesitz in Tokyo und Kannon stand im Shinkoji-Tempel in Otsu, wobei die Figur als wichtiges Kulturgut registriert ist.

Verbindung wird zufällig gefunden

Seit Jahren wurde davon ausgegangen, dass die Figuren alleine stehen. Der Shinkoji-Tempel wurde zwischen der Muromachi-Zeit und der Edo-Zeit gebaut. Die Kannon stand dabei immer alleine in dem Tempel. 2008 wurde sie dem Otsu City Museum of History übergeben und diesen März meldete sich eine Person aus Tokyo beim Museum.

LESEN SIE AUCH:  Gestohlene Buddhastatue sorgt für Streit zwischen japanischen und südkoreanischen Tempeln

Er erklärte, dass er eine Statue von Mahasthamaprapta besitzt, die genauso aussieht wie die Statue aus dem Tempel. Das Museum leitete daraufhin eine Untersuchung ein – mit einem überraschenden Ergebnis.

Am 9. Juni gab das Museum bekannt, dass es sich bei den Figuren wohl um ein Paar handelt, das eigentlich zusammenstehen soll. Vor hunderten von Jahren wurde dass Paar aus unbekannten Gründen getrennt und ihre ursprüngliche Funktion wurde vergessen.

Unbekanntes Paar an buddhistischen Statuen wiederentdeckt
Mahasthamaprapta und Kannon sind schon seit mehreren hundert Jahren getrennt und sind nun wieder zusammen. Bild: Otsu City Museum of History

Zu der Annahme, dass die Figuren zusammengehören, kam das Museum aufgrund der großen Ähnlichkeiten. So haben sie die gleiche Frisur, ihre Kronen sind gleich dekoriert und sie beide haben einen rockähnlichen Kun an. Ebenfalls haben beide einen hervortretenden Bauch, fast die gleiche Pose und fast dieselbe Größe.

Statuen sind sich sehr ähnlich

Auch das Material ist fast gleich. Die Statuen sind zu etwa 96 Prozent aus Bronze und weisen Zinn, Arsen, Eisen und Blei auf. Als äußere Schicht wurden sie mit Blattgold bedeckt. Da die Zusammensetzung der Metalle ähnlich ist, wurden die Figuren vermutlich in der gleichen Werkstatt hergestellt.

Die Gesichter der Figuren erinnern an die Ästhetik der Tang-Dynastie. Das Museum geht deswegen davon aus, dass sie um 710 hergestellt wurden, als die alte Hauptstadt nach Heijo-kyo im heutigen Nara verlegt wurde. Wo die Statuen jedoch genau herkommen und wo sie ursprünglich standen, kann niemand sagen.

Es ist nicht ungewöhnlich, dass Hintergrundwissen zu heiligen Figuren nicht mehr bekannt ist. Deswegen ist es oft schwierig, bei neuen Entdeckungen Details zu finden wie auch im Fall einer buddhistischen Goldfigur aus Kyoto, die in einer anderen Figur gefunden wurde.

Es könnte eine dritte Figur geben

Die Experten haben im Fall des Figurenpaars aber noch eine weitere Vermutung. Sie glauben, dass noch eine dritte Figur zum Set gehört. Es war üblich, dass zwischen den beiden Gottheiten ein Abbild von Amitabha sitzt. Eine passende Figur ist den Forscher bisher jedoch nicht bekannt und sollte tatsächlich eine als Teil des Sets existieren, weiß keiner wo sie sich befinden könnte.

Die beiden Figuren werden bis zum 27. Juni im Otsu City Museum of History ausgestellt. Der Eintritt beträgt für Erwachsenen 330 Yen (ca. 2,48 Euro). Oberschüler und Studenten zahlen 240 Yen (ca. 1,81 Euro) und Kinder bis zur Grundschule nur 160 Yen (ca. 1,20 Euro). Details zu den Corona-Maßnahmen und der Anfahrt gibt es auf der offiziellen Webseite.

Anzeige
Anzeige

Weitere Themen