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Die wertvollen Kulturgüter sollen nicht in Vergessenheit geraten

Japan lockert Regeln für Wiederaufbau historischer Stätten

Japanische Bauherren und Restaurateure können sich bald wahrscheinlich über mehr Freiheit bei ihren Wiederaufbauten historischer Stätten freuen, denn die Regeln zur Wiederherstellung historischer Strukturen, die heute nicht mehr vorhanden sind, sollen gelockert werden. Ein bisheriges No-Go wird damit zu Fall gebracht.

In Japan gelten strenge Regeln für den Wiederaufbau historischer Stätten, doch durch die Aufweichung soll es möglich werden, mehr Bauten zu rekonstruieren. Diese wiederum locken dann im besten Fall mehr Touristen in die entsprechenden Gebiete.

Neue Regeln erlauben mehr Freiheiten

Die Änderung erlaubt es zum Beispiel, die Haupttürme von Schlössern oder andere inzwischen verfallene Strukturen wieder aufzubauen, auch wenn einige Details des ursprünglichen Aussehens heute unbekannt sind. Die neuen Standards wurden Mitte April vom Beirat der Agentur für kulturelle Angelegenheiten abgenickt.

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Bisher konnten Japans historische Gebäude, die von der Regierung als historische Stätten ausgewiesen sind, nur rekonstruiert werden, wenn strukturelle Details durch Dokumente und Befunde wie antike Entwürfe oder Ausgrabungsergebnisse bestätigt werden konnten. In den letzten Jahren beklagten sich zahlreiche kommunale Verwaltungen, die historische Stätten wiederherstellen wollten, dass die geltenden Standards sie daran hinderten.

Bereits im letzte April begann die Regierung, das Gesetz zum Schutz von Kulturgütern zu überarbeiten, um den lokalen Behörden mehr Möglichkeiten beim Wiederaufbau zu gewähren. Dabei wurde der Erhaltung solcher Kulturgüter einen absoluten Vorrang eingeräumt.

Die neuen Normen unterstützen die Bemühungen der Verwaltungen, die ihre Kulturgüter wiederherstellen wollen, um die Wirtschaft in ihren Gebieten anzukurbeln. Historische Bauten, die nach dem neuen Konzept rekonstruiert wurden, können von den Behörden als „Restaurative Umsetzungen“ anerkannt werden, selbst wenn die Bauherren sich nicht auf genügend Materialien stützen können.

Die Größe der Gebäude sowie die Materialien können gegenüber dem ursprünglichen Entwurf geändert werden, wenn detaillierte Kenntnisse über die allgemeine Struktur vorliegen. Dadurch wird der Wiederaufbau beschleunigt, sodass die Gebäude schneller wieder touristisch genutzt werden können.

historische Stätten warten auf Wiederaufbau
historische Stätte auf alten Bildern Bild: Meiji Kinenkan

Schutz historischer Stätte weiterhin sehr wichtig

Aber auch nach den neuen Regeln sind die Bauherren dazu verpflichtet, besondere Sorgfalt walten zu lassen. Unter anderem muss der Erhaltung der historischen Stätten besondere Beachtung geschenkt werden. Außerdem müssen Experten die Umsetzung genauestens prüfen und eine klare Erläuterung der Baumaßnahmen muss vorher festgelegt werden.

Professoren loben diesen Vorstoß der Agentur, weil so die Öffentlichkeit wieder eher Verbindung zu ihren historischen Schätzen aufnehmen könne, die bis heute noch nicht wiederhergestellt werden konnten. Gleichzeitig sei es weiterhin wichtig, eine möglichst originalgetreue Nachbildung zu erreichen, um die Kulturstätten auch weiterhin zu schützen. Viele Wissenschaftler fordern ein Kontrollsystem, das verhindert, dass mit den neuen Regeln Schindluder getrieben wird.

2017 kam der Beirat der Agentur für kulturelle Angelegenheiten zu dem Schluss, dass die Restaurierung historischer Stätte dazu beiträgt, ihren kulturellen Wert zu erhalten und zu fördern. Restaurierte Gebäude tragen aktiv zur Nutzung dieser Kulturgüter bei, wenn sie richtig wiederhergestellt sind.

AS

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