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HomeNachrichten aus JapanKulturJapan will Tourismus in Ainu-Komplex in Hokkaido fördern

Ein Regierungssprecher kündigte weitere Förderungen für das Projekt an

Japan will Tourismus in Ainu-Komplex in Hokkaido fördern

Japan öffnet sich langsam wieder für ausländische Besucher. Der Vorsitzende des japanischen Kabinetts versprach, dass auch ein Kulturkomplex auf Hokkaido, der dem indigenen Volk der Ainu gewidmet ist, mehr vom Tourismus profitieren soll.

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Hirokazu Matsuno ist in der japanischen Regierung auch für die Förderung der Ainu-Kultur verantwortlich und besuchte jetzt den Upopoy-Komplex in der Stadt Shiraoi auf der nördlichen Hauptinsel. Matsuno übernahm im Oktober das Amt des obersten Regierungssprechers und ist seitdem das erste Mal in Shiraoi zu Besuch. Matsuno nutzte seinen Besuch auch, um mit dem Gouverneur von Hokkaido und Einheimischen, die sich für die Bewahrung der Ainu-Kultur einsetzen, zu sprechen.

Hokkaido soll für Touristen interessanter werden

Bei Upopoy handelt es sich um ein etwa 100.000 Quadratmeter großes Gelände am Poroto-See. Dort befindet sich unter anderem das nationale Ainu-Museum, der große Ainu-Park und eine Gedenkstätte. „Upopoy“ bedeutet in der Sprache der Ureinwohner Hokkaidos so viel wie „in einer großen Gruppe gemeinsam Singen“.

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Bei dem Treffen mit dem Gouverneur betonte Matsuno, dass die Regierung das Ainu-Volk bei der Bewahrung seiner Kultur unterstützen wolle. Er nannte Upopoy, das 2020 eröffnet wurde, ein Symbol für die Kultur des Volkes und der Region. Die ethnische Gruppe der Ainu lebt seit Jahrhunderten in den Gebieten im Norden Japans, vor allem in Hokkaido. Auch die benachbarte Insel Sachalin, die heute zu Russland gehört, ist eine der Wiege der indigenen Kultur.

In der Meiji-Zeit (1868 – 1912) setzt die Regierung massiv auf eine Assimilationspolitik, die ethnischen Minderheiten ihres Landes beraubte. Bis heute schlägt sich dies in anhaltend niedrigerem Einkommen und wesentlich schlechteren Bildungschancen wieder. Die Assimilation-Bemühungen führten dazu, dass es Menschen im Norden verboten wurde, ihre Muttersprache zu sprechen, weswegen die Ainu große Schwierigkeiten hatten, ihre Kultur bis in die heutige Zeit zu bewahren.

Ainu Othello auf Hokkaido
Ainu spielen Othello auf Hokkaido Bild: Shakespeare Company Japan

Ainu-Kultur muss am Leben erhalten werden

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Erst 2008 erkannte die japanische Regierung die Gruppe als indigenes Volk mit eigener Sprache, Religion und kultureller Identität an. Der Park Upopoy verfügt heute über einen Saal für Aufführungen historischer Ainu-Tänze und Musikveranstaltungen. Auch Workshops für die Küche der Ainu und den Umgang mit ihren Instrumenten werden angeboten. In einem Atelier gewähren Handwerkskünstler aus dem Norden Einblicke in ihre Kunst, die sich bis heute erhalten hat.

Auch Einblicke in das Leben in einem traditionellen Ainu-Dorf können Besucher in Upopoy erhalten. Die Gedenkstätte verfügt über Gebäude für Gottesdienste und die Aufbewahrung der sterblichen Überreste der vormals vertriebenen Mitglieder der Ainu. Auch ein Denkmal für diese Menschen kann besucht werden. In der Vergangenheit wurden die Überreste und die Grabbeigaben in Zusammenarbeit mit Universitäten in ganz Japan gesammelt und aufbewahrt, um sie jetzt wieder an einem Ort zusammenzubringen.

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