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Das Fest rund um Bogenschießen findet eigentliche Mitte Oktober statt

Japaner bedauern Absage des Yabusame-Festivals in Takadanobaba

Yabusame, das traditionelle Bogenschießen hoch zu Pferd ist außerhalb Japans nicht sehr bekannt. Wer allerdings bei den Olympischen Spielen von den Fähigkeiten der Reiter begeistert war, sollte diese Sportart kennenlernen. Einmal im Jahr treffen sich eigentlich die besten Schützen auf einem Festival in Tokyo.

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Obwohl es überall in Japan verschiedene Feste rund um den Yabusame-Sport gibt, ist kaum eines so bekannt und beliebt, wie das Festival im Toyama-Park in Tokyo. Dieses findet normalerweise Mitte Oktober statt, wobei sich die verschiedenen Vereine und Besucher schon lange vorher auf das Event vorbereiten.

Während eines klassischen Yabusame-Wettkampfes reiten die Bogenschützen gekleidet in einen Suikan (Gewand eines Adligen im feudalen Japan) im rasanten Galopp eine 255 Meter lange Strecke entlang.

Yabusame – Bogenschießen unter erschwerten Bedingungen

Der Reiter steuert das Pferd hauptsächlich mit den Knien, da beide Hände zum Schießen mit dem Bogen benötigt werden. Der Schütze muss jedes Mal, wenn er sich der Zielscheibe nähert, den Bogen erneut erheben und mit dem Pfeil auf die Scheibe zielen. Mit dem Schrei „In-Yō-In-Yō“ („Dunkelheit und Licht) entlässt er den Pfeil von der Sehne. Die Schützen verwenden spezielle geformte Pfeile, mit denen sie auf insgesamt drei hölzerne Zielscheiben schießen, die an den Enden der Strecke angebracht sind.

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Dabei sind die Pfeile stumpf und an der Spitze abgerundet, sodass sie schwerer in der Zielscheiben strecken bleiben und beim Auftreffen ein lautes Geräusch erzeugen. Das Festival im Toyama-Park lockt jedes Jahr zahlreiche Besucher nach Tokyo, die sich bis heute mit dem traditionellen Sport verbunden fühlen. Auch der Austragungsort in der Nähe von Takadanobaba trägt zur Faszination des Events bei. Das Viertel ist seit der Edo-Zeit mit Pferden und Pferde-Sport verbunden.

Festival wird bis heute in Tokyo gefeiert

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In der Vergangenheit gab es Takadanobaba große Pferdekoppeln, auf der Samurai ihre Reitkünste präsentierten und sich im Bogenschießen übten, wobei sie immer wieder ihre Fähigkeiten miteinander verglichen. Der Name des Viertels bedeutet so viel wie „Takadas Koppel“. Der Name geht zurück auf die Frau Tokugawa Ieyasu, Takada.

Das erste Yabusame-Festival soll 1728 zu Ehren des Anahachiman-gou-Schreins abgehalten worden sein. Der Schrein selbst liegt nur wenige Gehminuten vom Toyama-Park entfernt. Vor dem Haupteingang des Schreins steht bis heute die Statue eines Yabusame-Reiters. In der Regel findet das Festival jedes Jahr Mitte Oktober im Toyama-Park statt, wegen der in Japan weiter fortschreitenden Corona-Pandemie musste aber auch dieses Festival für 2021 abgesagt werden.

Traditionelle Reiter zieren Tempel in Tokyo
Yabussame-Reiter vor Tempel in Tokyo Bild: tak1701d
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