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Auch Selbständige stehen neuen Herausforderungen gegenüber

Japaner diskutieren über den Mythos der sorglosen Freiberufler

Traditionelle Arbeit in japanischen Büros kostet Zeit, aber auch Freiberufler haben es nicht einfacher. Während sich im Büro die Angestellten oftmals nicht gegen ihren Chef aussprechen wollen, gehören Überstunden zum Alltag. Deswegen denken immer mehr darüber nach, ihre eigenen Chefs zu werden.

Wer sein eigener Chef ist, kann seine Arbeitszeit selbst festlegen und entscheiden, was er mit seiner Zeit anfängt. Auf diese Weise glauben viele, sich besser auf ihre eigentlichen Aufgaben konzentrieren zu können, ohne vom Ego des Vorgesetzten oder nervigen Kollegen abgelenkt zu werden.

Aus dem Leben eines Freiberuflers

So sieht zumindest die Idealvorstellung aus. Ein japanischer Twitter-Nutzer zeigt auf seinem Account die Realität eines Freiberuflers in Japan, weil er selbst als selbständiger Designer arbeitet.

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Die eine Grafik zeigt die Vorstellung, die viele Menschen vom monatlichen Terminkalender eines Selbständigen haben. Verschiedene Farben zeigen unterschiedliche Projekte, die in einer geordneten Abfolge abgearbeitet werden. Dazu ist Zeit für Hobbys oder das Erlernen neuer Fähigkeit oder einfach Freizeit, wobei auch Zeit für die Buchhaltung und andere organisatorische Arbeiten vorgesehen sind.

Die zweite Zeichnung zeigt die Realität im Alltag, wo Projekte parallel laufen oder immer wieder in der Zukunft Probleme bereiten, die anfangs nicht eingeplant sind. Die freie Zeit verschwindet komplett, während rote Markierungen auf körperliche und geistige Erschöpfung hinweisen.

Jeder, der schon einmal selbst als Freiberufler versucht hat, seinen Lebensunterhalt zu verdienen, wird diese Darstellung ebenfalls realistischer finden. Außerdem ist freie Zeit ebenfalls rar gesät, denn niemand sagt, dass er keine Zeit hat, weil er wieder mit einem Auftraggeber zusammenarbeiten möchte.

Nicht für jeden geeignet

Außerdem ist man als Selbständiger auch immer auf sich selbst gestellt, es gibt in der Regel niemanden, mit dem man seine alltägliche Arbeitslast teilen kann. Dementsprechend viel Verständnis zeigen die Kommentatoren für die schwierige Situation der Freiberufler, denn so ziemlich jeder Angestellte kennt die Zeit der roten Kästchen, wenn sie mit ihrer Arbeit einfach überfordert sind.

Dennoch gibt es natürlich auch viele Freelancer, die ihren Job trotzdem lieben und nichts anderes machen wollen. Allerdings bedarf es dafür eine bestimmte Denkweise, sodass nicht jeder für ein solches Leben geeignet ist. Während die einen die Selbstbestimmtheit vorziehen, brauchen andere die sicheren Strukturen einer festen Anstellung, mit all den Nachteilen.

Twitter / @1_design

 

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