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Japaner pilgern bald wieder zum Schicksals-Stein in Gion

In Kyoto entwickelt sich eine neue Weihnachtstradition

Weihnachten ist für die Japaner eher ein Tag für Paare als eine klassische Angelegenheit für die Familie. Es ist kein Feiertag und die meisten Menschen müssen arbeiten. Diejenigen, die sich ein wenig freie Zeit gönnen, reisen mit ihren Liebsten nach Kyoto und besuchen dort einen kleinen Schrein, um für ein glückliches Leben zu beten.

Der Yasui Konpira-gu-Schrein ist nur wenige Gehminuten von der Hauptstraße Gion, dem traditionellen Viertel der Geishas, entfernt. Auch der Yasaka-Schrein ist ebenfalls ganz in der Nähe. Wer nach Yasui pilgert, sollte sich nicht wundern, wenn eine Reihe von Japanern geduldig darauf wartet, die Kräfte des Enkiri / Enmusubi Steins zu testen. Das Wort bedeutet soviel wie das eigene Schicksal mit dem eines anderen Menschen zu verbinden.

Das Ritual

Dabei erweist sich der Prozess in Gion als sehr einfach. Für 300 Yen kaufen Japaner einen weißen Zettel, Katashiro genannt, und schreiben ihren Wunsch darauf. Das Ritual kann nicht nur in Bezug auf Beziehungen durchgeführt werden, sondern auch um Krankheiten vorzubeugen oder Glück zu beschwören.

Zettel in Schrein
Japaner schreiben Wunschzettel Bild: Yasui Konpira-gu

Anschließend krabbelt man von hinten nach vorn durch das Loch im Stein, um die Verbindung fertigzustellen. Wer eine Beziehung beenden möchte und sich dafür Hilfe wünscht, krabbelt von vorn nach hinten und klebt den Zettel erst anschließend an den Stein. Viele Japaner reisen mittlerweile zusammen mit ihren Freunden zu dem schicksalhaften Monolithen. Die meisten unterhalten sich, während sie sich im Schrein aufhalten, über die guten Zeiten, die sie miteinander erlebten.

Eine Geschichte berührt die Japaner

Laut der Webseite des Heiligtums wurde der Yasui Konpira-gu-Schrein vor mehr als 1.300 Jahren gegründet, um für den anhaltenden Wohlstand des 38. Kaisers Tenchi zu beten. Ursprünglich hieß er „Der Tempel von Wisteria“, wegen den zahllosen violetten Glyzinien, die überall auf dem Gelände gepflanzt wurden.

Kaiser Sutoku war dem Schrein freundlich gesonnen, weil er die Pflanzen liebte. 1146 ließ er alle Gebäude restaurieren. Der Kaiser wurde später in Kanagawa ins Exil geschickt, nachdem er einen Krieg verloren hatte, der unter dem Namen „Hogen Rebellion“ in die Geschichte einging. 1177 erschien Sutoku der buddhistische Mönch Daien in einem Traum, als er den Tempel besuchte. Dieser zeigte ihm, wie gut die vergangenen Zeiten gewesen waren.

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Auf Drängen des Mönchs baute der Kaiser einen weiteren Tempel, um den Geist von Sutoku zu beruhigen. Dieser Tempel wurde allerdings im Krieg von Onin zerstört und schließlich durch den Tempel Rengekoin ersetzt, der sich ebenfalls nicht weit von Yasui entfernt befindet.

Für Interessierte kostet der Eintritt ins Museum des Tempels 400 Yen (3,20 Euro), während Kinder 200 Yen (1,65 Euro) zahlen. Weitere Informationen rund um den Tempel findet man auf seiner offiziellen Webseite.

Yasui Konpira-gu

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