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Japanische Parade von Straßenwerbern bringt gute Laune in Toyama

Am vergangenen Wochenende fand eine große japanische Parade in der Stadt Toyama (Küstenstadt auf Honshu) statt. Dort traten Straßenwerber – Chindon – auf, die sich auch währenddessen an dem 65. Chindon-Wettbewerb beteiligten.

In der Stadt Toyama wird der Frühling nicht nur wegen den blühenden Sakurabäume freudig erwartet, sondern auch, weil es die Zeit für eine fröhliche und lustige Parade der Straßenwerber ist.

Der All-Japan-Chindon-Wettbewerb begann 1950 als ein Ereignis zum Wiederaufbau der Nachkriegsgesellschaft. Die Stadtregierung wollte die Menschen aufmuntern und eine lebendige Einkaufsstraße erschaffen. Dafür startete die Handelskammer Toyama 1955 diesen Wettbewerb, der sich zu einem jährlichen Frühjahrsevent entwickelt hat. Wenn die Sakurabäume am Matsu-Fluss in voller Blüte stehen, kommen über 30 Teams mit etwa 100 professionellen Chindon aus ganz Japan nach Toyama. Ihre humorvollen Aussagen und auffälligen und komplizierten Kostüme unterhalten die Menschen. Die Straßen sind gefüllt mit den fröhlichen, widerhallenden Geräuschen von Trommeln und Glocken. Die Parade der Chindon bringt auch viel Lachen aus dem Publikum.

In einer typischen Chindonya-Truppe schließen sich zwischen drei und fünf Darsteller zusammen, ziehen Kostüme an, heben Werbebanner über den Kopf und ziehen durch die Straßen der Stadt, um Lieder und Tänze vorzuführen. Meistens verteilen ein oder zwei Mitglieder Flyer, während die Truppe weiterzieht.

Was die Kostüme betrifft, so gibt es wirklich keine Regeln, die besagen, dass man das eine oder andere tragen muss. Samurai-Outfits, Prinzessinnen-Kimonos, Heldenkostüme aus historischen Sagen, sogar Zirkusclown-Anzüge und westliche Cowboy-Kostüme haben ihren Platz in Chindonya. Die einzige „Regel” ist, dass man Cosplay spielen muss, sodass jeder, vom jüngsten Kleinkind bis zum ältesten Dotard, dich erkennt, sobald er dich sieht.

Musikinstrumente der Chindonya

Zu den Instrumenten der Chindonya gehören Klarinetten, Trompeten, Shamisen, Akkordeons und die Art von riesiger Trommel, die man in einer Marschkapelle sehen kann.

Das bestimmende Instrument ist jedoch der „Chindon“, ein Set japanischer Wadaiko-Trommeln, die in einer Art Ein-Mann-Band-Apparat am Körper befestigt sind. Diese Trommeln verleihen Chindonya seine unverwechselbare japanische Klangfarbe. Deswegen übernahmen auch die Straßenwerber den Name „Chindon“ für sich.

Ein großer Wadaiko, ein kleinerer Kodaiko und ein kleiner, vergoldeter Gong, genannt „sho“, sind zusammen in einem Holzrahmen montiert, der am Körper des Darstellers befestigt wird. Mit dieser Vorrichtung an der Brust können Chindonya-Performer durch die Straßen marschieren und die Trommeln in stetigen, eindringlichen Mustern schlagen. Insgesamt erzeugt das Ensemble ein sehr japanisches Gefühl.

japanische Trommel Chindo
Bild: medium.com

Die Lieder im Chindonya-Repertoire sind meist traditionelle japanische Volkslieder oder Arrangements von Choka (lange Gedichte, eine Form von den waka). Aber je nach Situation erweitern die Chindon das Repertoire mit europäischer oder amerikanischer Popmusik. Trotzdem klingt selbst eine Aufführung von westlicher Klassik, wie Schubert – dank der ausgeprägten Perkussion von Sho und Wadaiko – am Ende nicht nach Schubert. Sogar die Lieder klingen am Ende wie ein japanisches Volkslied, wenn es von Chindonya aufgeführt wird. Damit behält die japanische Parade auch den Geist der traditionellen japanischen Straßenkünstler.

Quelle: visit-toyama.com

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