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HomeNachrichten aus JapanKulturJapanische Schulen setzen vermehrt auf therapeutische Spiele

Japanische Schulen setzen vermehrt auf therapeutische Spiele

Eine wachsende Anzahl japanischer Schulen nutzt spielerische Inhalte, um die kognitiven Fähigkeiten ihrer Schüler zu fördern. Die Kinder lernen spielerisch mit Alltagsproblem umzugehen. Auf diese Weise sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass die Kinder die Schule abbrechen.

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Grund- und Hauptschulen in fünf Präfekturen beteiligen sich an einem Pilotprojekt, das die Schüler dazu bringen soll, ihre Ängste zu überwinden und dabei auch noch Spaß zu haben. Dabei handelt es sich um eine Therapie, die zur Behandlung von Angstzuständen und Depressionen bei Erwachsenen bereits erfolgreich angewandt wurde.

Yuto Kikuchi ist Lehrer an der Matsudo City Yakiri Grundschule in der Präfektur Chiba. An der Schule beteiligen sich 60 Schüler der sechsten Klasse an dem CBT-Projekt, das dort Anfang November startete. Der Lehrer fordert die Schüler auf, sich einen rosa Elefanten vorzustellen. Kurz danach gibt er ihnen das Kommando, an nichts zu denken. Die meisten Kinder sind allerdings nicht in der Lage, das vorher heraufbeschworene Bild des Elefanten wieder zu vergessen.

Auf diese Weise kommen die Kinder in Kontakt mit Denkmustern, wie sie bei Angstzuständen auftreten können. Je mehr man versucht, an etwas nicht zu denken, desto mehr denkt man daran, so die These. CBT nimmt Einfluss auf das Denkverhalten der Menschen. Indem die Schulkinder sich auf Bilder oder Gedanken konzentrieren und danach bewusst auf andere Aspekte des Lebens umsteigen, erhalten sie ein wirksames Instrument, um mit ihren Emotionen umzugehen.

Japanische Kinder in Einrichtung zur Kinderbetreuung
Bild: Emran Kassim / Wikimedia Commons

Die Schüler lernen, dass negative Gedanken Einfluss auf ihre wahrgenommene Umwelt haben. So können sie unerwünschte Verhaltensmuster ändern und Ängste überwinden. Insgesamt beteiligen sich 10 Klassen an verschiedenen Schulen in den Präfekturen Saitama, Kyoto, Tottori und Fukuoka an dem CBT-Programm, das vom Research Center for Child Mental Development an der Universität Chiba entwickelt wurde.

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Die Schüler nutzen Rollenspiel und fordern sich gegenseitig heraus, um ihre Gefühle miteinander zu teilen und auf diese Weise Entspannungsmethoden besser zu verinnerlichen. Laut einer Studie aus dem Jahr 2017 hatten rund 33,2 Prozent der Kinder Angst, zur Schule zu gehen. Das galt vor allem für 140.000 Kinder, die als nicht so leistungsstark galten.

Das Programm kann zwar nicht direkt dazu beitragen, das Schwänzen zu verhindern, allerdings wirkt es präventiv bei Mobbing, was für viele Kinder ein wichtiger Grund ist, ihre Schulen nicht zu besuchen.

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