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Japanische Stadt arbeitet an Vermarktung traditioneller Gerichte aus Insekten

Eine Gemeinschaft in Zentraljapan versucht, ihre aussterbende Tradition des Fangens und Kochens lokaler Wasser-Insekten zu erhalten. Sie ermutigt junge Menschen, die Fähigkeiten eines Fängers zu erlernen.

Diese spezielle Esskultur hat ihren Mittelpunkt in der Stadt Ina (Präfektur Nagano), wo die Larven von Köcher- und Steinfliegen, umgangssprachlich „Zaza“ benannt, im nahe gelegenen Fluss Tenryu gefangen werden können.

Die gefangenen Insekten-Larven verarbeiten die Fänger zu „Tsukudani“, einem japanischen Gericht, das mit verschiedenen Zutaten wie Fischen, Muscheln und Seetang in Sojasauce, japanischem Reiswein, Zucker und Sake gekocht wird.

Der Name „Zaza“ rührt von den Geräuschen des Flusses her, an dem die Insekten leben. In der Vergangenheit schätzen die Menschen die Insekten-Gerichte als reichhaltige Proteinquelle. Die lokalen Behörden sind entschlossen, dieses kostbare Erbe der Region nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Sie wollen jungen Menschen die Möglichkeit geben, Zaza-Insekten zu fangen und zuzubereiten.

Ende Januar demonstrierten drei Fischer bei einer ersten öffentlichen Veranstaltung am Tenryu Fluss ihre traditionellen Fähigkeiten als Fänger. Zu den Teilnehmern gehörten Schüler der lokalen landwirtschaftlichen High School.

Die meisten Fischer, die dieses Handwerk heute noch beherrschen, arbeiten seit über 50 Jahren als Fänger. Die Materialien haben sich nicht groß geändert. Mit Stahlketten-beschwerte Stiefel und Netze gehören immer noch zu den Arbeitsmitteln. Nach einer erfolgreichen Fang-Saison kochen die Männer mit den Schülern zusammen ein „Tsukudani“-Larven-Gericht.

Die beste Zeit für den Fang von Zaza ist zwischen Dezember und Februar, wenn ihr Fettgehalt am höchsten ist. Wer sich als Fänger versuchen möchte, muss sich einem lokalen Fischereiverband anschließen und dort für jedes Jahr einen Angelschein erwerben.

1994, zur Spitzenzeit der Insekten-Fänger, gab es 78 lizenzierte Fischer. Seitdem ist die Zahl allerdings rückgängig. Dieses Jahr meldeten sich nur 10 Personen im Alter zwischen 69 und 85 Jahren als Zaza-Fänger an.

japanischer Insekten-Fänger
Bild: Kyodo News

Shoji Nakamura ist einer der erfahrensten Zaza-Fischer und betreibt diese Tätigkeit neben seinem Hauptberuf in einer sozialen Einrichtung. Aktuell geht er noch jede Saison 20 Tage zum Insekten-Fangen, mit fortschreitendem Alter nehmen diese Zeiten allerdings immer mehr ab.

Neben dem Erhalt der traditionellen Zaza-Insekten planen die Präfektur Nagano und die Stadt Ina ihre Öffentlichkeitsarbeit zu verstärken. Verschiedene Geschäfte in Tokyo sollen bald mit Lebensmitteln aus der Präfektur beliefert werden. Die Stadtverwaltung erhofft sich davon, dass die Menschen in der Stadt ihre Kultur besser kennenlernen und somit den Menschen weiterhin die Möglichkeit geben, ihre Traditionen zu erhalten.

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