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Die Kluft zwischen Menschen, die sehen und denen, die es nicht können, soll kleiner werden

Japanischer Designer kreiert neue Braille-Schrift

Der Japaner Kosuke Takahashi überlegte sich eine neue Braille-Schrift, die Zeichen und Buchstaben miteinander verbindet.

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Der japanische Designer entwickelte eine neue Schriftart, die sowohl für Blinde als auch sehende Menschen geeignet ist. Sie verbindet die Blindenschrift mit Buchstaben oder Zeichen, die jeder kennt. Auf diese Weise sind solche Texte sowohl visuell sichtbar als auch fühlbar.

Die neue Blindenschrift verfügt über höhere schwarze Braille-Punkte, die mit blauen Katakana-Zeichen umschlossen sind. Der Designer entwarf eine solche Variante auch für das römische Alphabet und für Zahlen.

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Junger Mann mit großen Ideen

Takahashi, der erst 25 Jahre alt ist, wollte selbst lernen, wie man die Blindenschrift liest. Ein blinder Freund hatte ihm davon erzählt, wie er seine Bücher immer im Dunkeln lesen würde. Das wollte der junge Designer selbst ausprobieren und auch anderen diese Möglichkeit eröffnen.

Nach japanischen Standards beträgt der Durchmesser des Bodens eines Braille-Punktes 1,45 Millimeter. Diese Normen legen auch Regeln für die Abstände zwischen den Punkten fest und regeln die Dicke der einzelnen Zeichen der Blindenschrift.

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Takahashi schrieb die Buchstaben und Zeichen immer wieder in Braille-Schrift auf, um sicherzugehen, dass sie den strengen japanischen Regeln folgten und trotzdem für das sehende Auge attraktiv blieben.

Der Designer nannte seine neue Schrift einfach „Neue Braille-Schrift“ in der Hoffnung, dass sie sich überall auf der Welt verbreitet. Er erhofft sich einen ähnlichen Erfolg, wie er der international verwendeten Schriftart Helvetica beschert war.

Öffentliche Behörden verwenden neue Braille-Schrift schon

Der junge Mann will durch diese Maßnahme Barrieren in der japanischen Gesellschaft abbauen. Immer noch gibt es eine gewisse Kluft zwischen Menschen, die sehen können und jenen, die blind sind. Indem sie dieselben Informationen gemeinsam aufnehmen, soll ein Gefühl der Gemeinsamkeit und Gleichheit entstehen.

An einigen Orten in Tokyo wird die neue Braille-Schrift bereits verwendet. Das Verwaltungsbüro des Stadtteils Shibuya nutzt sie zum Beispiel schon für öffentliche Mitteilungen.

AS

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