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Unternehmen in Iki starten Kampagne

Japanischer Gin soll helfen, Lebensmittelverschwendung vorzubeugen

Ein Urlaubsresort und ein Gin-Unternehmen haben auf der Insel Iki in Nagasaki in Zusammenarbeit eine Crowdfunding-Kampagne gestartet. Hierbei wird Geld für die Herstellung eines Gins gesammelt, bei dem Reste von lokalen Früchten und Gemüse als Grundlage für das Getränk verwertet werden sollen.

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Mit dieser Aktion möchten sie zum einen gegen die Lebensmittelverschwendung vorgehen und gleichzeitig auf sich und die Insel als Urlaubsort aufmerksam machen. Auch sie verzeichnen wie zahlreiche andere Orte in Japan seit Beginn der Corona-Pandemie immer weniger Besucher.

Der Gin steht für Nachhaltigkeit und lokale Herkunft

Die Insel Iki ist bekannt für ihre Strände, ihre lange Geschichte sowie einer Vielzahl an Shinto-Schreinen und ist ein beliebtes Ziel für einheimische und ausländische Touristen. Als Gäste der dort ansässigen Resorts bekommen sie frische lokale Produkte serviert, wie z.B. auf der Insel gezüchtetes Wagyu-Rindfleisch und Meeresfrüchte wie Tintenfisch und Seeigel. Auch Gersten-Shochu gehört dazu, von dem gesagt wird, dass er seinen Ursprung auf der Insel hat.

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Nun ist aufgrund der Coronavirus-Pandemie die Zahl der Touristen auf der Insel stark zurückgegangen. Als Reaktion auf diese Situation haben das Resort Iki Retreat Kairi Murakami und die Iki no Kura Sake Brewery Co., Ltd. eine Crowdfunding-Kampagne gestartet, um den japanischen Iki Craft Gin Kagura zu kreieren. Dieser soll aus lokalen Produkten hergestellt werden, die ansonsten weggeworfen würden.

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Das Projekt soll das Problem der Lebensmittelverluste angehen und zu den von den Vereinten Nationen aufgestellten Zielen für nachhaltige Entwicklung beitragen.

Die Kampagne verzeichnet große Erfolge

Am 9. Mai wird die Kampagne enden und zum aktuellen Zeitpunkt wurde nicht nur das anfängliche Unterstützungsziel von einer Million Yen (ca. 7.589 Euro, Stand Mai) erreicht, sondern 175 Prozent des Ziels.

Kagura ist ein einzigartiger Craft Gin für Iki und wird durch Mischen und Destillieren von Botanicals (aromatisierten pflanzlichen Zusätzen) der Insel Iki mit einer Basis von Iki Shochu hergestellt. Die Auswahl der Aromen und Botanicals erfolgte in Zusammenarbeit mit dem Chefkoch und Sommelier des Iki Retreat Kairi Murakami und wurde von ihm überwacht.

Der Gin hat ein zitronenartiges Aroma und einen würzigen Geschmack. Er soll mit Eiswürfeln oder Soda getrunken werden und passt zu japanischen Gerichten.

Reste von Yuzu- und Spargelherstellungen werden für die Botanicals genutzt

Die Insel Iki liegt in der Präfektur Nagasaki und ist dort der größte Produzent von der asiatischen Zitrusfrucht Yuzu. Neben Sirup, Soßen und anderen Produkten ist die beliebteste Verwendung der Yuzu von der Insel Iki ein würzig-saures Gewürz namens Yuzu Kosho. Da für das Gewürz hauptsächlich die Schale der Frucht verwendet wird, landet das Fruchtfleisch normalerweise im Abfall. Der Kagura Gin nutzt es jedoch als Quelle für einen seiner wichtigsten Botanicals.

Weiterhin wird in Iki Spargel angebaut, für den die Insel ebenfalls bekannt ist. Er wird z. B. in Scheiben geschnitten und roh in Salaten gegessen. Beim Anpassen der Größe der Stangen für die Bündelung und den Versand werden einige Teile abgeschnitten und verschwendet, wodurch jedes Jahr über 30 Tonnen Abfall anfallen. Auch dieser kommt dann dem Kagura Gin zugute und er wird als zweiter primärer botanischer Rohstoff verwendet.

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