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Einzigartige Einblicke in die Kultur Japans

Japanisches Nationalmuseum feiert mit der Ausstellung von besonderen Schätzen sein Jubiläum

Das Tokyoter Nationalmuseum feiert in diesem Jahr sein 150-jähriges Bestehen. Damit ist es das älteste Museum seiner Art in Japan. Um dieses besondere Jubiläum zu feiern, wurde gemeinsam mit der Mainichi Newspapers Co. eine Ausstellung konzipiert, die dieses Jahr auch ihr 150. Jahrestag feiert.

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Bis zum 11. Dezember wird die Sonderausstellung „Tokyo National Museum: Seine Geschichte und nationale Schätze“ 89 nationale Schätze präsentieren. Dies ist das erste Mal, dass all diese Werke aus der Schatzkammer des Museums gemeinsam gezeigt werden. Sie ist die größte Sammlung dieser Art, die sich im Besitz eines japanischen Museums befindet.

Schätze der Nation

Das japanische Gesetz zum Schutz von Kulturgütern definiert Nationalschätze als „Objekte von hohem Wert aus Sicht der Weltkultur“ und „unersetzliche Schätze der Nation“. In diese Kategorie fielen im Oktober 2022 902 Kunstwerke und Kunsthandwerksobjekte, die als nationales Kulturgut ausgewiesen wurden. Somit zeigt die aktuelle Ausstellung etwa 10 Prozent dieser besonderen Werke.

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Sie zeigt Artefakte, Kalligraphien, Lackarbeiten, aber auch Gemälde und andere Objekte, die die Betrachter sofort in ihren Bann ziehen. Hirosuke Sato ist der zuständige Kurator und war selbst begeistert: „Es ist auch das erste Mal, dass das Museum eine solch monumentale Ausstellung zu sehen bekommt.“

Autumn and Winter Landscapes by Sesshu Toyo Muromachi
„Herbst- und Winterlandschaft“ von Sesshu Toyo aus der Muromachi-Periode wird ebenfalls ausgestellt. Bild:MS
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Unter den ausgestellten Schätzen gehört auch ein Band des kokin-wakashu, einer Gedichtsammlung aus der Heian-Zeit (794 bis 1185). Es ist die älteste vollständig erhaltene Fassung, die sich darüber hinaus noch in ihrem ursprünglichen Einband befindet. Neben den fließenden japanischen Buchstaben lassen sich glitzernde Motive wie beispielsweise Pfauen mit Ranken ausmachen, die mit Glimmerpulver bedruckt wurden. Auch Gold- und Silberblätter kamen als Zierde zum Einsatz.

Das Älteste, das größte – eine Ausstellung voller Superlative

Geht man einen Raum weiter, findet man Schätze aus dem Horyuji-Tempel aus der Präfektur Nara. Er ist der älteste Holzbau der Welt, der laut Erzählungen vom japanischen Prinzen Shotoku Taishi im 6ten Jahrhundert gegründet wurde. Vor allem der Drachenkopfkrug ließ die Besucher staunen. Dessen Mund ist einem Drachenkopf nachempfunden und das aus Bronze gegossene Werk lässt sich von allen Seiten betrachten.

In einer anderen Ecke ist eine Kampfszene mit dem jungen Prinzen Shotoku auf zwei Tafeln illustriert, die sich ursprünglich auch im Horyuji-Tempel befanden. Ihre imposante Größe von 4 mal 2 Metern macht sie zu dem größten und zugleich ältesten existierenden Kunstwerk, das vom Leben des Prinzen erzählt.

Meibutsu Mikazuki Munechika
Das Meibutsu Mikazuki Munechika wartet zusammen mit anderen wertvollen Schwertern in einem eigens illuminierten Raum auf die Besucher. Bild: MS

Im mittleren Teil der Ausstellung fällt ein Raum besonders auf: Er empfängt den Besucher schwach beleuchtet, wodurch die Beschaffenheit seiner Exponate optimal zur Geltung kommen: 19 Schwerter, die in ihren Vitrinen optimal ausgeleuchtet werden. Dies ist die größte Sammlung ihrer Art in Japan.

Unter den Schwertern ist das „Meibutsu Mikazuki Munechika“. Es stammt aus dem 10. bis 12. Jahrhundert und besitzt Markierungen, die an Mondsicheln (jap. Mikazuki) erinnern. Es gehört zu den fünf großen Schwertern Japans und wurde als Erbstück unter den Tokugawa-Shogunen der Edo-Zeit (1603 bis 1867) immer weitergegeben.

Gate Guardians
Auch diese Gate Guardians aus der Heian-Periode sind Teil der Ausstellung. Bild: MS

Die vielen Ausstellungsstücke sollen die lange Geschichte des Museums beschreiben. Auch die kaiserliche Sänfte „horen“ ist darunter, die Kaiser Meiji für seine offiziellen Besuche in Tokyo nutzte. Neu vom Museum erworben wurden ein paar Kongo-Rikishi Statuen, die als Torwächter des Buddhismus galten.

Kurator lädt auch Neulinge im Thema ein

Kurator Sato ist davon überzeugt, dass sowohl Neuankömmlinge als auch Menschen, die mit den Nationalschätzen vertraut sind, Freude an der Ausstellung haben werden. „Nationale Schätze sind Japans wertvollstes Kulturgut, und es werden Werke aller Art zu sehen sein.“ Er sprach eine Empfehlung aus, speziell für Besucher Japans und alle, die sich für seine Geschichte interessieren.

Das Tokyoter Nationalmuseum ist vom Bahnhof Ueno aus in 10 Minuten fußläufig zu erreichen. Die Ausstellung ist täglich von 9:30 Uhr bis 17 Uhr geöffnet (außer montags). Freitags und samstags ist der Besuch sogar bis 20 Uhr möglich. Tickets für Erwachsene kosten 2.000 Yen und müssen vorher online reserviert werden auf https://tohaku150th.jp/ticket/.

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