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Chancen in der Coronavirus-Pandemie

Japans mehrsprachige Online-Bühne Theatre for All öffnet ihre virtuellen Tore

Mit der Ausbreitung des Coronavirus sind herkömmliche Theateraufführungen in Japan praktisch unmöglich geworden, denn derzeit steigen weiter die Zahlen der Infektionen. Während dies eine Krise fürs Theater verursacht, hat es auch Chancen für Videokünstler geschaffen, die Projekte filmen und sie online einem neuen Publikum zugänglich machen.

Theatre for All ist Japans erstes barrierefreies, mehrsprachiges Online-Theater. Es hat gerade sein Eröffnungsprogramm bekannt gegeben. Theatre for All ermöglicht es dem Publikum, Theater online zu erleben und schafft einen Ort, an dem Künstler mit ihrem Publikum interagieren können und umgekehrt, was jedes einzelne Werk noch unterhaltsamer macht.

Japans Theatre for All geht online

Es bietet japanischsprachige Untertitel, Audioguides und Gebärdensprachdolmetscher für Theater, Tanz, Filme und Medienkunst. Viele seiner Produktionen werden auch mit mehrsprachigen Untertiteln ausgestrahlt. Die durch die Pandemie ausgelöste Krise in der Kunst hat auch einer Bewegung neuen Auftrieb gegeben, die die Künste für alle zugänglicher machen will.

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Die Idee hinter Theatre for All ist es, Menschen, die aufgrund des Coronavirus Schwierigkeiten haben auszugehen, Menschen mit Behinderungen oder Krankheiten, Kindern, Menschen, deren Muttersprache nicht Japanisch ist und Hörgeschädigten den Zugang zu den Künsten zu erleichtern.

Um eine Produktion des Theatre for All online zu sehen, muss man zunächst Mitglied werden. Man zahlt eine Gebühr, um die Werke zu sehen, die von 800 (6,32 Euro) Yen bis 3000 Yen (23,69 Euro) variiert. Einige Aufführungen sind auch kostenlos zu sehen.

Theatre for All hat gerade seine ersten fünf Online-Sendungen angekündigt. Die Erste ist das Stück „My Hole, His Hole, the Enemy“, das auf einem Originalstück von David Cali basiert.

Unter der Regie von Seiji Nozoe erzählt es die Geschichte eines Mannes, der in einem Schützengraben gegen einen unsichtbaren Feind kämpft. Ein Szenario, das gerade jetzt, wo die Welt gegen das Coronavirus kämpft, besondere Aktualität besitzt.

"My Hole, His Hole, the Enemy"
„My Hole, His Hole, the Enemy“

Hio Miyazawa und Sasuke Otsuru spielen die Hauptrollen in einer temperamentvollen Performance. Ein Audioguide ist verfügbar und es gibt japanische Untertitel. Für weitere Details zum Stück einfach hier klicken.

Theatergruppe erregt viel Aufmerksamkeit

Als Nächstes sind zwei Werke zu sehen, die auf dem gleichen Konzept basieren, „Eraser Mountain“ und „Eraser Forest“. Ersteres ist die Filmversion, während Letzteres für die Vorführung in Museen geschaffen wurde.

In diesem Stück wird der vom Künstler Teppei Kinji geschaffene „Skulpturenraum“ mit Live-Performances und den Techniken des „Videotheaters“ vereint. Was ist ein Theaterstück, das über den menschlichen Maßstab hinausgeht? Menschen, Dinge, Zeit, Raum und Worte erscheinen auf unbekannte Weise.

Teppei Kinji ist dafür bekannt, dass er alltägliche Dinge sammelt und mit collageartigen Techniken Werke schafft. Die Performance zeigt eine große Vielfalt an Ausdrucksformen wie Skulptur, Malerei, Video und Fotografie.

"Eraser Mountain" und "Eraser Forest"
„Eraser Mountain“ und „Eraser Forest“

Chelfitsch, die Theatergruppe hinter diesen beiden Werken, wurde 1997 von Toshiki Okada gegründet, „um die einzigartige Beziehung zwischen Worten und dem Körper zu untersuchen und die schlampige und laute Körperlichkeit des täglichen Lebens in Tanz zu verwandeln.“

Chelfitsch hat als eine der führenden zeitgenössischen Theaterkompanien Japans im In- und Ausland viel Aufmerksamkeit erregt. Untertitel in japanischer und englischer Sprache sind verfügbar. Weitere Details gibt es hier.

Große Auswahl an Programm

Das dritte Angebot ist „Night Walk“, ein Video der Theatergruppe Side Core, die sich 2012 gegründet hat, inspiriert von der Straßenkultur und entschlossen, „Lärm in der Landschaft zu erzeugen.“ Sie halten Ausstellungen in Kunstgalerien ab, organisieren aber auch Nachtwanderungen, um die Stadt zu erkunden. Ihre Projekte „zielen darauf ab, die Perspektive auf den öffentlichen Raum zu verändern und Ausdruck und Verhalten zu erweitern.“

"Night Walk"
„Night Walk“

Ausgehend vom Watarium Art Museum, wo die Living Tokyo Ausstellung stattfindet, führt „Night Walk“ die Zuschauer durch verschiedene künstlerische Happenings auf dem Weg zur Shibuya Station. Japanische, englische und chinesische Untertitel sind verfügbar. Weitere Details findet man hier.

Die nächste Aufführung ist „Nowhere“ von Tänzer und Choreograf Nagama Yuasa in Zusammenarbeit mit dem Planetariumserfinder Takayuki Ohira und Tänzer und Choreograf Mariko Kakizaki. Nachdem sie 11 Jahre lang für das niederländische Tanztheater gearbeitet hatte, kehrte Nagama Yuasa nach Japan zurück, wo sie mit Rei Watanabe und Kenta Kojiri gearbeitet hat. Sie ist die Gewinnerin des 13. Japan Dance Forum Award.

Nagama Yuasa
Nagama Yuasa

Als letztes wird Takashi Nishiharas Dokumentarfilm „I’m Going to Go“ gezeigt, ein intimes Porträt des täglichen Lebens von blinden und gehörlosen Menschen. Er wird zusammen mit einem zweiten Dokumentarfilm gezeigt, der sich damit beschäftigt, wie blinde und taube Menschen sich der Herausforderung der Coronavirus-Pandemie gestellt haben. Weitere Details findet man hier.

"I'm Going to Go"
„I’m Going to Go“

Das erste Angebot von Theatre for All, „My Hole, His Hole, the Enemy“, soll am 5. Februar 2021 online gehen. In den folgenden Monaten wollen sie weitere 30 Videoarbeiten mit barrierefreier Unterstützung und etwa 30 Lernprogramme zur Verfügung stellen. Mehr Informationen über Theatre for All und ihr Programm gibt es auf der offiziellen Website.

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