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K-Pop und J-Pop bauen Brücken

Dieses Jahr war für die internationalen Beziehungen zwischen Japan und Korea nicht das Beste, doch mithilfe von K-Pop und J-Pop soll sich dies nun ändern. Die seit dem zweiten Weltkrieg bestehenden Spannungen zwischen beiden Ländern sind immer wieder Thema und keiner versucht wirklich sie zu verringern. Jedoch sorgt dies dafür, dass jeder Bereich des alltäglichen Lebens und sogar der Tourismus leidet.

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Genau das soll sich nun ändern. Das „2018 FNS Music Festival“, das diese Woche stattfindet, setzt einen neuen Meilenstein. Es erinnert daran, dass Musik, in diesem Fall K-Pop und J-Pop, zu etwas ganz Besonderem fähig ist. Musik verbindet und baut Brücken, wo sonst nichts helfen konnte. Teil des diesjährigen Programms ist das japanische Fernsehdebut von Izone (IZ*ONE, gesprochen wie „eyes one“ [aɪz wan]). Die Gruppe besteht aus 12 Mitgliedern, von denen neun aus Korea und drei aus Japan stammen. Die japanischen Sänger sind aus dem AKB48-Universum. Ein solcher Mix von Musikern erzeugte einige Kontroversen in beiden Ländern. Doch schon jetzt zahlte es sich aus. Denn die Gruppe erreichte Rekordverkäufe und weckte großes Interesse in Südkorea und Japan, sodass sie zum Jahresende nun auch dort debütieren.

Izone entstand aus einer Talentshow, die im Sommer in Korea im Fernsehen lief. „Produce 48“ fand die beliebte „Produce 101“ Serie zusammen mit dem J-Pop Idol Establishment AKB48, um eine neue Gruppe zu schaffen. Diese sollte vom Publikum bestimmt sein. Anfangs schien es, als würde es in einer einzigen Reihe von geopolitischen Reinfällen enden. Von Anfang an verurteilten die koreanischen Fans den Fernsehsender MNET für ihre Zusammenarbeit mit AKB48, denn all das hatte für sie viel zu wenig mit K-Pop zu tun.

Diskriminierung, Ausgrenzung und vorhersehbare Ergebnisse machten der K-Pop J-Pop Gruppe Izone den Start schwer

Auf diese Weise ging es weiter. Nur die Fans in Korea konnten für die Gruppenmitglieder abstimmen. Außerdem gruben koreanische Fans (in extrem geringem Maße) Dreck über die japanischen Mitglieder aus. Zudem trugen die koreanischen Teilnehmer Abzeichen und nutzten Handyhüllen, die Zwangsprostituierte unterstützen. Des Weiteren konnten die japanischen Teilnehmer nicht mit den extremen Tanz- und Gesangsfähigkeiten der koreanischen Gegenparts mithalten. Diese sind vor allem im K-Pop ganz besonders essentiell, da komplexe Tanzchoreografien und live-Performances einen großen und wichtigen Teil der Vermarktung darstellen. All diese Punkte sorgten für sehr vorhersehbare Abstimmungsergebnisse und eine eher fragwürdige Startsituation für Izone. Und das noch bevor einige sogar ein Verbot der Gruppe aus dem koreanischen Fernsehen forderten.

Trotz all dieser Widrigkeiten veröffentlichte die Gruppe ihr Debut EP in Südkorea. Und setzten prompt einen neuen Rekord für die meistverkauften Alben in nur 24 Stunden. Das Video für das Lied „La Vie en Rose“ hatte ähnlichen Erfolg. In der gleichen Zeit hatte es mehr als 34 Millionen Views. Und nun verschiebt sich das Scheinwerferlicht auf Japan. Der Fuji TV Auftritt ist der erste Schritt für den Erfolg dort. Und bisher deuten alle Anzeichen darauf hin, dass es gut laufen wird. Die „Color*Iz“ EP landete in der Woche, in der sie erschien an der Spitze der Orcion Charts. Obwohl es nicht das eigentliche japanische Debut der Gruppe war. Doch es hilft, dass sie die AKB-Maschine hinter sich haben, die auch an diejenigen Hörer appellieren, die nicht nur J-Pop hören. Sie setzten ihren Fokus genauso auf Fans, die sich mehr zum K-Pop hingezogen fühlen.

Pop-Musik kann so viel Gutes bewirken

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Was noch viel wichtiger ist, ist dass diese Gruppe zeigt, welche Auswirkungen Musik haben kann. Izone erinnert uns alle daran, dass K-Pop und J-Pop viel Gutes für Japan und Südkorea und ihre Beziehung tun kann. Denn während die Geschichte der Unterhaltung zwischen beiden Ländern ebenfalls eher unruhig war, haben Musik und Popkultur auch dafür sorgen können, die beiden Länder einander näher zu bringen. Sie halfen, den Menschen ein anderes und meist besseres Bild des jeweils anderen zu vermitteln. Natürlich wird es trotzdem weiterhin Fans geben, die Proteste gegen japanische Fernsehsendungen veranstalten, die K-Pop Acts zeigen. Einige koreanische Fans drohten sogar damit, Gruppen, die zu viel Werbung in Japan machen, mit Säure zu begießen. Doch auf der Gegenseite solcher „Fans“ stehen viele Menschen, die sich darüber freuen, zu hören, welche musikalischen Neuigkeiten von beiden Seiten es gibt.

Quelle: JapanTimes

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