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HomeNachrichten aus JapanKulturKünstler-Kollektiv NAKED erkundet in neuer Ausstellung die Welt der Teezeremonie

Selbst diejenigen, die sich mit der Tradition auskennen, können sich über völlig neue Eindrücke freuen

Künstler-Kollektiv NAKED erkundet in neuer Ausstellung die Welt der Teezeremonie

Die Japaner sind neuen Technologien und den Möglichkeiten der digitalen Welt gegenüber sehr aufgeschlossen, weswegen gleich zwei Künstler-Kollektive mit ihren digitalen und interaktiven Ausstellungen um die Gunst der Besucher buhlen.

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Neben dem teamLab verstehen es die Künstler von NAKED, die Betrachter immer wieder mit neuen digitalen Kunstwerken zu überraschen, bei denen es sich oft um großflächige Projektionen handelt. Interaktive Videos und physische Installationen runden die Gesamtkunstwerke ab. Das neueste Projekt wird unter dem Label „NAKED meets“ vorgestellt und nimmt sich immer wieder historische Künstler als Vorbild für aufwendige Präsentationen.

NAKED und die Teezeremonie: Das passt!

Die erste Ausstellung von „NAKED meets“ konzentriert sich auf Sen no Rikyu, eine Figur aus dem 16. Jahrhundert, die für ihren Einfluss auf die japanische Teezeremonie bekannt ist. Die Sonderausstellung findet im 21st Century Museum of Contemporary Art in Kanazawa statt und verteilt sich über mehrere Etagen. Ihre Besucher können darin ihr Verständnis für die japanische Tradition der Teezeremonie und ihre Kenntnisse über den Sen no Rikyu vertiefen.

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Direkt am Eingang werden alle Besucher von einer digitalen Version des Sen no Riyku begrüßt. Die Stimmung soll an eine Teezeremonie erinnern, bei der der Meister die Besucher ebenfalls auf zuvorkommende Art willkommen heißt. Anschließend gelangen die Besucher in den Roji, einen Teegarten. Dieser wird als heiliger Ort verstanden, die zwischen der normalen Welt und dem Ort der Teezeremonie besteht. In diesem Bereich sollen sich die Besucher reinigen und auf die kommende Zeremonie einstimmen.

Vor einer Teezeremonie ist es außerdem wichtig, sich die Hände gründlich zu waschen. Dieser Aspekt wird durch eine interaktive Projektion eines Steinbeckens mit verschiedenen Pflanzen dargestellt, die scheinbar auf die Wasser schwimmen. An den Wänden ist zusätzlich eine trockene Landschaft zu sehen, wie sie Sen no Rikyu selbst vorfand und für seine Lehren als Basis nutze.

Kunst, die sich verwandeln kann
Moderne Kunstwerke Bild: NAKED

Tradition meets Moderne

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Die erste der sieben Regeln, die Sen no Riyku einst aufstellte, besagt, dass dem Gast ein zufriedenstellender Tee serviert werden muss. Dies bezieht sich nicht nur auf den Geschmack, sondern soll auch die Gefühle und Empfindungen des Gastes berücksichtigen. Die Künstler von NAKED stellen diesen Gedanken durch einen Tee-Besen dar, der gleichmäßig und gleichmütig seine Bahnen zieht.

Zu jeder Teestube gehört ein sogenanntes Tokonoma, eine Nische oder ein kleiner Bereich, in dem Kunstwerke oder Blumen aufgestellt werden. Auch diesen Aspekt greift die Ausstellung in Form eines interaktiven Kunstwerkes auf. Hängende Schriftrollen mit Tuschemalerei sorgen für immer neue Impressionen und reagieren auf die Bewegungen der Betrachtenden.

Kunstausstellung meets Teezeremonie
Teegarten nach historischem Vorbild Bild: NAKED

Insgesamt sollen die Gäste der Ausstellung verschiedene Arten von kleinen Teestuben kennenlernen. Ein Highlight ist die Tai-an, eine Version, die Sen no Rikyu 1582 selbst entworfen hat. Verschiedene weitere Kunstwerke geben noch tiefgreifendere Einblicke in den Geist solcher Teeräume und in die Zeremonie an sich. Die Ausstellung ist allerdings nur noch wenige Tage geöffnet. Besucher, die in Kanazawa weilen, sollten sie sich aber auf keinen Fall entgehen lassen.

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