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Kyotos „Gion matsuri“

Kyoto probt Parade des Gion Festivals mit historischem Wagen

Nach 196 Jahren ist am 4. Mai erstmals wieder der gigantische Festwagen „Takayama“ bei einer Probe für die große Parade des Gion-Festivals durch die Straßen der alten japanischen Hauptstadt Kyoto gefahren. Nach langen Jahren der Restauration wird er nun endlich an der „Yamahoko“-Wagenparade teilnehmen können.

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Schon bei der ersten Testfahrt bot der Wagen, der zuvor mit Nishijin-Ori-Seidenstoffen, persischen Teppichen und anderen neuen Dekorationen geschmückt worden war, einen wahrhaft atemberaubenden Anblick.

Die Geschichte des Gion-Festivals

Das „Gion matsuri“ (Gion-Festival) findet jedes Jahr im Juli in Kyoto statt und gehört zusammen mit dem „Kanda matsuri“ in Tokyo und dem „Tenjin matsuri“ in Osaka zu den drei großen matsuri Japans.

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Sein Ursprung ist auf eine Epidemie zurückzuführen, die einst in der Heian-Zeit (784 bzw. 794 bis 1185) in Japan grassierte. Die Seuche von 869 wurde vom damals regierenden Kaiser Seiwa als Strafe angesehen, die ihnen vom Seuchengott und „ochsenköpfigen Himmelskönig“ Gozu Tenno, auferlegt worden war.

Der Kaiser reagierte und ließ 66 hoko (Hellebarden), die die Provinzen des Reiches symbolisierten, aufstellen und verbrennen. Danach wurde noch symbolisch Susanoo no Mikoto, der als Gott der Unterwelt, aber auch als Gott des Windes und des Regens bekannt ist, in einem mikoshi, einem tragbaren Schrein, verbrannt.

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Auf diese Weise sollten die Goryo, die feindseligen Seelen der Verstorbenen besänftigt werden, denen nachgesagt wird, dass sie Unheil und Krankheit verursachen.

Diese Reinigungszeremonie hat alle Zeiten bis heute überdauert und wird jedes Jahr gefeiert.

Der „Takayama“

Der „Takayama“ kann auf eine lange und bewegte Geschichte zurückblicken.

1826 war er durch Wind und Regen stark beschädigt worden, weswegen er im darauffolgenden Jahr schon nicht mehr an der Parade hatte teilnehmen können.

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Gegen Ende der Edo-Zeit (1603-1867) wurde dann auch noch sein Hauptkörper bei einem Großbrand zerstört.

Viele Jahrzehnte später wurde in Kyoto der Takayama-Bewahrungsverein gegründet, der sich stark für die Restauration des Wagens einsetzte. 2015 konnte konnte dann endlich offiziell mit der Restaurierung des historischen Festwagens begonnen werden.

Hoffnung spenden zur Zeit der Pandemie

Das Ziehen und Wenden des großen Wagens ist kein leichtes Unterfangen. Immerhin wiegt er mehr als zehn Tonnen.

Etwa 150 Menschen, darunter auch Anwohnende aus der Umgebung, hatten sich am 4. Mai in Vorbereitung auf das Gion-Festival in der Fabrik der Yasuimoku Koumuten Co., die auch für den Umbau des Wagens verantwortlich gewesen war, getroffen, um gemeinsam für die „Tsuji-mawashi“-Vorführung zu üben.

Junji Yamada, der als Leiter des Takayama-Bewahrungsvereins tätig ist, kommentierte: „Endlich sind wir so weit gekommen, aber das ist auch erst der Anfang. Wir möchten die Vorbereitungen vorantreiben, damit wir uns der Parade anschließen können, in der Hoffnung, die (Coronavirus-)Pandemie zu vertreiben.“

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