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Memos zeigen, wie Gelehrte mit Namen für die aktuelle Kaiserzeit rangen

Der Name einer neuen Kaiserzeit ist immer ein großes Geheimnis. Einige kürzlich veröffentlichte Dokumente aus dem Jahr 1989 zeigen, welche Gedanken sich ein Wissenschaftler über den aktuellen Namen machte.

Makoto Mekada, ehemaliger Professor für chinesische Literatur an der Universität von Kyushu, wurde zwischen Herbst 1987 und Anfang 1988 von einem Verantwortlichen der Regierung angesprochen, sich Gedanken über den Namen einer neuen Kaiserzeit zu machen. Der Tod von Kaiser Hirohito, postum bekannt als Kaiser Showa im Jahr 1989 ließ seinen Sohn Akihito den Kaiserthron besteigen.

Memos und andere kürzlich veröffentlichte Dokumente zeigen, dass Mekada mindestens 20 Namen erdachte, „Heisei“ war allerdings nicht dabei. Bisher wurde nie bekannt, wie viele und welche Wissenschaftler der Hof mit der Namensfindung beauftragt. Auch wer welche und wie viele Namen einreicht, bleibt in der Regel geheim. Ebenso wie das Prozedere, welches zur Wahl der letzten drei Kandidaten führt.

Notizen zur Namensfindung wurden nun der Öffentlichkeit zugänglich gemacht

Ein 2015 aus dem Staatsdienst ausgeschiedener Beamter, gewährte einen kleinen Einblick in den Prozess der Namensfindung für eine neue Kaiserzeit. Der Mitarbeiter erklärte, dass eine Expertengruppe mit der Aufgabe betraut wurde, einen neuen Namen zu finden. Diese schlug drei Kandidaten vor. Für die aktuelle Zeit seien schlussendlich „Heisei“, „Shubun“ und „Seika“, übriggeblieben.

Der Name „Heisei“ kam von Tatsuro Yamamoto, ehemaliger Professor für orientalische Geschichte an der Universität von Tokyo. Mekada präferierte „Shubun“, während sich Seiichi Uno, Professor für chinesische Philosophie an der Universität Tokyo, für den Vorschlag „Seika“ aussprach.

Alle drei Wissenschaftler sind inzwischen verstorben, weswegen ihre Aufzeichnungen und Diskussionsvorschläge der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden. Mekada starb bereits 1994. Die jetzt veröffentlichten Unterlagen spendeten seine Angehörigen der Stadtregierung von Onojo (Präfektur Fukuoka).

Eine Zeitschrift erhielt die Erlaubnis, sich die Dokumente anzusehen. Noriyuki Takemura, ebenfalls Professor für chinesische Literatur an der Universität von Kyushu, der Mekada selbst noch kannte, half bei der Analyse der Kritzeleien und Gedanken-Niederschriften. Er bestätigt auch die Echtheit der Dokumente.

Isao Tokoro, Professor für japanische Rechts- und Kulturgeschichte und Experte für die Namen der Kaiserzeit, hält die Schriftstücke für wichtige Zeugnisse, die Einblicke in die Namensfindung für den Namen „Heisei“ geben.

Namen haben Ursprung in der chinesischen Literatur

Die von Mekada hinterlassenen Memos zeigen Gedankengänge, die sich um den neuen Namen drehen. Diese notierte der Wissenschaftler nach ihrer Relevanz. Es gibt Hinweise für 10 Bezeichnungen, die aus chinesischen Klassikern stammen und die dem Professor als Vorlage dienten. Die Memos enthalten detaillierte Informationen darüber, auf welche Texte sich Mekada genau bezog. Diese Informationen leitete er wahrscheinlich später an die Verantwortlichen der Regierung weiter, die sich mit dem Auswahlverfahren für den neuen Namen der kommenden Kaiserzeit befassten.

Von den 10 Vorschlägen stammten vier aus dem konfuzianischen Klassiker, dem Oden-Buch, der ältesten Gedichtsammlung Chinas. Fünf weitere potenzielle Namen stammten auf dem Buch der Dokumente, das die Geschichte des alten China erzählt. Auch den Vorschlag „Shubun“ entlieh Mekada diesem Buch. In der betreffenden Passage geht es darum, die Waffen wegzulegen und mehr Aufmerksamkeit der Bildung zukommen zu lassen.

Der Gelehrte, der die Zeitung begleitete erklärte, dass Mekada mit dem Oden-Buch sehr vertraut war. Das Buch der Dokumente ist ein sehr orthodoxer Text, den viele Gelehrte gern konsultierten. Die Tatsache, dass Mekada seine Namensvorschläge aus diesen beiden Quellen zog, war bisher noch unbekannt.

Quelle: The Asahi Shimbun

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