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Es geht auch um ein Revival für die Region

Menschen in Fukushima halten Samurai-Tradition am Leben

In Japan werden vor allem auf dem Land Tradition und Historie noch hochgehalten. Die Bewohner der Stadt Aizuwakamatsu in der Präfektur Fukushima arbeiten dafür, dass die Samurai-Kultur der Region am Leben bleibt und der Gegend weiterhin eine eigene Identität verleiht.

Während der Meiji-Zeit war die Stadt Aizuwakamatsu, das Zentrum der damaligen Aizu-Domäne, eine der letzten Samurai-Hochburgen Japans. Die dort lebenden Krieger hielten dem Shogunat bis zu diesem Ende während des Boshin-Krieges im November 1868 die Treue. Nach der Niederlage wurden hochrangige Clanmitglieder in die Präfektur Aomori verbannt, und die neue Regierung befahl, die Tsuruga-Burg dem Erdboden gleichzumachen.

Dieses Ereignis führte allerdings nicht dazu, dass die Geschichte der Samurai von Aizu in Fukushima in Vergessenheit geriet. Die Bevölkerung von Aizuwakamatsu hält die Tradition hoch und versucht, die Geschichte als Motor für die lokale Wirtschaft zu nutzen, die die Folgen des Tsunami von 2011 bisher nicht verwunden hat.

Leben im Zeichen der Samurai

Die Stadt hat rund 120.000 Einwohner und Zeichen der Samurai des Aizu-Clans lassen sich auch heute noch überall finden. Nach dem Ende der Herrschaft der Krieger wurden viele Bauwerke zerstört, später aber wiederaufgebaut.

Im Norden der Stadt stand die Aizu-Hanko-Schule, in der die Kinder der Samurai auf ihre Zukunft vorbereitet wurden. Diese steht bis heute dort. Die Schule in Fukushima war eine der über 300 Clan-Schulen der damaligen Zeit und die erste überhaupt, die eine Schulspeisung für die Kinder anbot. Der Unterricht wurde in Form von Lerngruppen organisiert, sodass die Jüngeren Respekt vor älteren Personen und gute Manieren automatisch mitlernten.

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Die jungen Krieger von damals haben längst ihren Abschluss gemacht, trotzdem ist die Einrichtung weiterhin geöffnet. Besucher, die nach Aizu Hanko kommen, können dort bis heute Kyudo (traditionell japanisches Bogenschießen) lernen. Auch Zazen, eine buddhistische Mediations-Form, die von Samurai praktiziert wurde, wird dort heute noch unterrichtet.

Samurai-Schule mit modernen Touch
Samurai-Schule in Aizuwakamatsu Bild: Kyodo

Samurai galten als äußerst loyal ihren Herren gegenüber, Zeichen dieser Loyalität finden sich heute immer noch in der ganzen Stadt. In einem östlichen Vorort wurde ein ehemaliges Samurai-Haus aufwendig rekonstruiert. In einem Vorzimmer sind Szenen des Jijin – des rituellen Selbstmords durch das Schwert – zu sehen. Die Frauen und Kinder der Familie der Krieger entschlossen sich während des Boshin-Krieges zu diesem Schritt, um nicht für die Krieger zur Last zu werden.

Auf Iimoroyama, einem Hügel östlich des Stadtzentrums, erinnern die Grabsteine an 19 junge Samurai, die während des Boshin-Krieges für ihren Clan kämpften. Auch sie begingen Jijin, nachdem sie gesehen hatten, wie die Burg der Stadt in Flammen aufging. Heute kommen immer wieder Menschen aus den großen Städten zurück, um Familienunternehmen weiterzuführen.

Zwischen Popkultur und Tradition

Heute führen diese Rückkehrer die Geschäfte und geben Workshops für Schülergruppen und Besucher. Einige Familienunternehmen erzielen durch diese Zusatzangebote etwa 25 Prozent der Einnahmen und die dort hergestellten Produkte werden überall in der Präfektur verkauft.

Samurai
Bild: Vassil

Die Präfektur stellt den Menschen, die die Tradition am Leben erhalten, finanzielle Unterstützung zur Verfügung, die allerdings oftmals nicht abgerufen wird. Die Bewohner wollen es einfach allein schaffen. Gerade diese Bemühungen, die Familienbetriebe, verbunden mit der Tradition, am Laufen zu halten, erdet die Bewohner Aizuwakamatsus.

Immer wieder stehen die Menschen in Aizuwakamatsu vor der Frage, ob sie ihre Stadt mehr für die beliebte Popkultur öffnen, oder ob sie weiterhin der Samurai-Tradition treu bleiben. Die Touristenzahlen steigen immer weiter, sodass sich auch Fukushima überlegen muss, wie man die Menschen gerade in diese Region lockt.

Kyodo

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