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Feier der traditionellen Künste in Kyoto

“Miyako no Nigiwai” in Kyoto bringt Geisha und Maiko aus der ganzen Stadt zusammen

Keine Figur steht so sehr für die traditionellen Künste Japans wie die Geisha. Viele Legenden und auch Missverständnisse ranken sich um ihren Beruf. Immer weniger Frauen schlagen heutzutage den anstrengende Weg der traditionellen Unterhaltungskünstlerinnen ein. In einer gemeinsamen Performance zeigten Geisha und ihre Schülerinnen, die Maiko, am vergangen Wochenende in Kyoto, was ihren Beruf ausmacht.

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In manchen Köpfen ist es bis heute da, das Bild der Geisha als Edelprostituierte, geprägt durch fehlerhafte Erzählungen und Darstellungen in Filmen und Büchern. Doch damit hat der Beruf der Geisha eigentlich so gar nichts zu tun. Stattdessen sind die Frauen nach einer langen und harten Ausbildung die fähigsten Alleinunterhalterinnen, die Japan zu bieten hat.

Geisha – Alleinunterhalterinnen auf höchstem Niveau

Geisha sind Tänzerinnen, Sängerinnen, Musikerinnen. Sie beherrschen alle Regeln der Gastfreundschaft, die Teezeremonie und natürlich die gebildete Konversation. Den Beruf korrekt zu erlernen und auszuüben, erfordert eine gewaltige Disziplin und ausgeprägte soziale Fähigkeiten. Und eine Geisha zu werden ist ein langer Weg, der traditionell im Kindesalter begann, aber auch heute noch über viele Jahre dauert.

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Organisiert sind Geisha traditionell in sogenannten “Hanamachi” – übersetzt in etwa “Blumenviertel”. In denen finden sich die Okiya, die Wohnhäuser der Geisha, die von Männern nur in Ausnahmefällen betreten werden dürfen. Etwa wenn sie als Schneider, Ankleider oder Perückenmacher wichtige Aufgaben für die Arbeit der Geisha erfüllen. Neben den Okiya finden sich in den Hanamachi auch die Ochaya, die Teehäuser, in denen Geisha und Maiko ihre Gäste empfangen und betreuen.

Traditionell hatte zudem jedes Hanamachi eine eigene Übungs-Stätte für Tanz und Gesang sowie eine Schule für die zu lernenden Künste. Heute gibt es noch drei dieser Schulen in Kyoto, eine weitere in der japanischen Hauptstadt Tokyo. Auch die Zahl der Hanamachi im Land nimmt immer weiter ab. Waren sie früher in jeder größeren Stadt zu finden, gibt es sie heute nur noch in Osaka, Tokyo und natürlich in Kyoto.

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Dort, im kulturellen Zentrum des Landes, haben sich fünf der Geisha-Bezirke bis heute halten können. Die zwei bekanntesten von ihnen bilden das Stadtviertel Gion, das für viele Besucher synonym für die Kultur der Geisha steht. Dazu kommen die Hanamachi Ponto-cho, Kamishichiken und Miyagawa-cho. Die meiste Zeit über sind die Geisha und Maiko der Bezirke freundliche Konkurrentinnen auf einem immer kleiner werdenden Markt traditioneller Kultur. Doch gelegentlich kommen sie auch zu gemeinsamen Veranstaltungen zusammen.

Prächtige Kimono und traditionelle Tänze beim “Miyako no Nigiwai”

So wie an diesem Wochenende im Kyotoer Stadtbezirk Higashiyama. Dort trafen sich Geisha und Maiko aus den fünf Bezirken und führten gemeinsam “Miyako no Nigiwai” auf. Erstmals seit Beginn der Pandemie konnte die Veranstaltung im Minamiza Theater ohne größere Einschränkungen stattfinden – einzig PCR-Tests im Voraus waren für alle Anwesenden notwendig. Masken mussten nur von Zuschauern getragen werden.

Ein besonders beliebter Programmpunkt ist das “Maiko no Nigiwai”. Darin tanzen zwanzig Maiko, vier aus jedem der Hanamachi, gleichzeitig auf der Bühne. Die Besonderheit: zwar tragen alle Maiko den gleichen Haarschmuck, jedoch tanzt jede Gruppe je nach Hanamachi-Zugehörigkeit einen anderen Tanz. Das erfordert von den jungen Frauen allerhöchste Konzentration. Sehen konnten einige glückliche Besucher das bereits am vergangenen Freitag, als die finalen Proben für die Veranstaltung stattfanden. In vollem Kostüm kamen die ausgewählten Maiko zusammen und tanzten in ihren prächtigen Kimono.

Unter den Darstellerinnen war unter anderem die 19-jährige Koaki, eine Maiko des Miyagawacho-Hanamachi. Sie erzählt, dass in den vergangenen Jahren viele Auftritte abgesagt werden mussten. Umso mehr freute sie sich, endlich wieder ohne Einschränkungen auftreten zu können. Insgesamt vier Mal traten die Maiko und ihre Lehrerinnen am Wochenende auf die Bühne. Wer die Feier der traditionellen Künste Japans sehen wollte, musste dafür mindestens 6000 Yen (ca. 42 Euro) zahlen, für die besten Sitze wurden sogar 12000 Yen (ca. 84 Euro) fällig.

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