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HomeNachrichten aus JapanKulturModerne Ainu-Holzschnitzereien in Tokyo mit eigener Ausstellung geehrt

Die Arbeiten des Ainu-Künstlers Fujito werden den Menschen aus ganz Japan präsentiert

Moderne Ainu-Holzschnitzereien in Tokyo mit eigener Ausstellung geehrt

Der Holzschnitzer Takeki Fujito begeisterte die Menschen mit seinen detailreichen und schönen Holzschnitzereien. Vor allem setzte der Künstler die Tiere des Waldes und seine Ainu-Ahnen in Szene. Ein Museums-Kurator war von seinen Werken besonders beeindruckt, sodass er bereits 2018 mit der Planung einer großen Ausstellung begann.

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Takeki Fujito starb 2018. Akira Tomita, Direktor der Tokyo Station Gallery, war von seinen Werken so begeistert, dass er beschloss, den Künstler mit einer eigenen Sonderausstellung zu ehren. Die Präsentation unter dem Titel Ainu-Holzschnitzer Fujito Takeki: Gesandte des Waldes zeigt mehr als 80 der beeindruckenden Kunstwerke Fujitos in der Tokyo Station Gallery.

Ainu-Künstler bleiben oftmals ungesehen

Menschen mit Geschichte
Ainu-Kunstwerke im Fokus Bild: Takumi Ono

Fujito wurde 1934 in Bihoro auf Hokkaido, als Sohn von Ainu geboren. Die Ainu sind die Ureinwohner der Insel, die eine eigene Sprache und eine eigene Kultur hatten, bevor sie gezwungen wurden, sich in die japanische Gesellschaft einzufügen. Obwohl sie sich assimilieren sollten, haben die Menschen bis heute mit Nachteilen in der Bildung zu kämpfen und sind eher von Armut bedroht.

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Seit 1950 arbeitete Fujito als Kunsthandwerker in einem Souvenirladen am Akanko-See. Der See und dort stehenden Hotels stehen bis heute in enger Verbindung zu den Ureinwohnern und tun viel, um die alte Kultur für Besucher interessant zu machen und somit zu helfen, dass die alten Geschichten nicht in Vergessenheit geraten. Auch Fujito trägt mit seinen Werken dazu bei.

Seine Skulptur „Whole-Body Listening“ aus dem Jahr 2002 zeigt einen stehenden Bären in Lebensgröße. Das realistische Fell und das ausdrucksstarke Gesicht vermitteln den Eindruck, als würde der Bär seine Sinne schärfen, um kein Geräusch seiner Umgebung zu überhören.

Große Ehrung für außergewöhnlichen Künstler

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Nicht weniger beeindruckend ist das Kunstwerk „River’s Bounty“ (2000), das eine Komposition aus Bären zeigt, die Lachse in einem Fluss fangen. Hölzerne Krabben und geschnitzte Garnelen tragen dazu bei, das Werk nicht lebendiger wirken zu lassen. Hier tragen vor allem die aufwendig nachgebildeten Gelenke dazu bei, dass das Werk in Erinnerung bleibt.

Ainu-Kunst
Realistische Kunstwerke begeistern Betrachter Bild: Takumi Ono

Porträts von Fujitos Ahnen in traditioneller Kleidung mit ernsten und würdevollen Blicken gehören zum Repertoire des Künstlers. Auch diese sind so detailreich dargestellt, als würden sie gleich zum Leben erwachen. Tomita erklärte, dass er 2017 die ersten Schnitzereien des Ainu-Künstlers sah, war er schockiert, dass er vorher nichts von diesem gehört hatte. Er sei seit über 40 Jahren in der japanischen Kunst-Welt unterwegs und habe trotzdem noch nie etwas von diesem Künstler gesehen.

Tomita entschied, dass alle Menschen bei einer Ausstellung die Gelegenheit bekommen sollten, die außergewöhnliche Kunstwerke zu bewundern. Noch bis zum 26. September können Menschen aus ganz Japan nach Tokyo kommen, um den Ainu-Künstler zu würdigen. In der Tokyo Station Gallery gilt grundsätzlich die Regel, das Eintrittskarten vorher online gekauft werden müssen.

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