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HomeNachrichten aus JapanKulturMönch in Kyoto überrascht mit transportabler Ausrüstung für eine Teezeremonie

Im Vordergrund steht der Kontakt zu den Menschen

Mönch in Kyoto überrascht mit transportabler Ausrüstung für eine Teezeremonie

Der leitende Mönch des Daijin-Tempels in Kyoto hat eine große Leidenschaft für die japanische Teezeremonie. Deswegen geht er nirgendwo ohne die passenden Utensilien hin, sodass er jederzeit eine solche abhalten kann. Eine tragbare Teekammer aus Bambus ermöglicht es ihm auch, notfalls im Ausland eine echte japanische Teezeremonie durchzuführen.

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Dem 54-jährigen Mönch ist sein Set deswegen so wichtig, weil er dadurch Kontakt zu Menschen aus allen Gesellschaftsschichten knüpfen kann, um mit ihnen zu plaudern. Seine Spezialität ist die rituelle Zubereitung von Matcha, die nicht nur mit der japanischen Kultur, sondern auch mit der buddhistischen Praxis eng verbunden ist, auch wenn diese während seiner Teestunden eigentlich nicht thematisiert wird.

Teezeremonie nicht nur in Kyoto, sondern überall auf der Welt

Der Daijin-Tempel ist Teil des Daitokuji-Komplexes im Bezirk Kita in Kyoto. Der Mönch Ikkyu (1394 – 1481) gilt als eine der großen Berühmtheiten, die aus dieser Gegend stammen. Der Mönch aus Kyoto nutzt sein mobiles Teehaus oftmals auch für Versammlungen vor Krankenhäusern oder medizinischen Einrichtungen. Dort kommt er mit den Patienten und den Familienangehörigen zusammen, um mit ihnen zu reden.

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Das Kian-Teehaus besteht aus 30 Bambus-Latten, die jeweils zwei Meter lang sind. Die zwei Meter hohe Struktur, die die Größe von einer klassischen Tatami-Matten im Kyoto-Stil umspannt, lässt sich innerhalb von 15 Minuten aufstellen. Der Mönch hat die passenden Matten dabei und benötigt nur noch einen Spiritusbrenner, um Wasser für eine Zeremonie im Freien zubereiten zu können.

Mittlerweile hat der Mönch Teezeremonien in und außerhalb Japans geleitet. In Kyoto war er ebenso aktiv wie in der Nähe des Eiffelturms in Paris bis hin zur Wüste bei Los Angeles. Der Mönch ist der Meinung, dass die traditionellen Teehäuser die Teilnehmer in eine Berglandschaft entführen, auch wenn die Zeremonie selbst in einer belebten Stadt stattfindet.

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Für den Japaner ist es wichtig, dass alle seine Besucher eine Verbindung zur Natur spüren, selbst wenn sie sie nicht direkt erleben können. Die Idee eines mobilen Teehauses entstand 2015, als der Vorschlag, ein Teehaus in einem japanischen Restaurant in Rom zu errichten, an den Tempel herangetragen wurde. Der japanische Mönch setzte sich mit einem Bauunternehmer in Verbindung, der in der Nähe des Daitokuji-Tempels Schreine repariert.

Erfindung aus Kyoto überall auf der Welt nützlich
Japanische Teezeremonie in Frankreich Bild: Masayuki Inaida

Kontakt zu den Menschen soll hergestellt werden

Es brauchte mehrere Versuche, um das aktuelle Modell zu erreichen. Die Bezeichnung „Kian“ soll die Besucher daran erinnern, an den Ausgangspunkt zurückzukehren, an dem sie feststellten, dass auch sie Teil der Natur sind. Alle Bestandteile passen in eine Ski-Tasche und lassen sich so problemlos per Flugzeug transportieren.

Vor einigen Jahren begann der Mönch in den Empfangsbereichen von Krankenhäusern Teezeremonien abzuhalten. Im letzten Jahr war er in Osaka zu Besuch, wo er mit Patienten aus aller Welt über ihre Krankheiten, aber auch über viele andere Themen sprach. Im Frühjahr und Herbst hält der Mönch Sitzungen im Kyoto Okamoto Memorial Hospital in Kumiyama (Präfektur Kyoto) ab. Mit dem Beginn der Corona-Pandemie 2020 musste er diese Termine leider absagen.

Jetzt will er wieder zu seiner Routine zurückkehren. Im Kian-Teehaus will der Mönch explizit keine buddhistischen Lehren verbreiten. Vielmehr geht es dem Japaner darum, den Menschen zu begegnen und darauf zu achten, was seine Besucher ihm zu erzählen haben. Der Mönch ist fest überzeugt, dass der Kontakt mit anderen Personen nicht nur für den Körper, sondern auch für die geistige Gesundheit sehr wichtig ist. Es will ein Verbündeter der Menschen sein, mit dem sie über alles reden können, was ihnen auf der Seele liegt.

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