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Es sind keine Mittel im Haushalt mehr vorgesehen

Nagoya wird das Aichi Kunstfestival ab 2022 nicht mehr finanziell unterstützen

Nach zahlreichen zwiespältigen Reaktionen auf das Aichi Kunstfestival 2019 erklärte die Stadtverwaltung von Nagoya, die Finanzierung für die nächste Ausstellung im Jahr 2022 komplett zu streichen. Die ursprünglich im Haushalt 2022 vorgesehenen Gelder sind internen Quellen zufolge komplett gestrichen worden.

Das Festival findet seit 2010 alle drei Jahre in der Präfektur Aichi statt. Nagoya unterstützte die internationale Ausstellung von Anfang an jedes Jahr, indem bestimmte Mittel im Haushalt dafür vorgesehen waren.

Bürgermeister spricht sich gegen weitere Gelder aus

Bürgermeister Takashi Kawamura bezog sich bei seiner Entscheidung auf die Kontroverse, die die Ausstellung 2019 nach sich zog. Darin ging es um die Freiheit der Meinungsäußerung. Die letzte Ausstellung wurde am 1. August 2019 eröffnet, bald danach aber wieder geschlossen. Anfang 2020 müssen die Städte die Haushalte für das übernächste Jahr aufstellen und entscheiden, welche Gelder aufgenommen werden sollen.

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Der Bürgermeister protestierte im letzten Jahr heftig gegen den Inhalt, weil die Skulptur einer „Trostfrau“ mit ausgestellt wurde. Diese Frauen mussten während des Zweiten Weltkrieges (1901 – 1989) den japanischen Truppen sexuell zu Diensten sein. Ihre Geschichten wurden erst später bekannt.

Nachdem die Ausstellung wegen vieler Proteste schon bald nach der Eröffnung wieder abgebrochen wurde, weigerte sich Kawamura später, sie wiederzueröffnen. Unter diesen Umständen sei es nicht mehr möglich, weitere Gelder im Haushalt für das Festival zu bewilligen.

Der Bürgermeister vermutete, dass ein Teil des Inhalts absichtlich im Voraus der Stadt nicht mitgeteilt wurde. Der Vorsitzende der Ausstellung entschloss sich, ohne Rücksprache die Präsentation selbst wiederzueröffnen. Eigentlich veranstalteten die Präfektur Aichi, die Stadt Nagoya und andere Organisationen das Festival zusammen. Es sei Tradition gewesen, nach jedem Event die Gelder für das kommende Festival gemeinsam zu besprechen.

Nagoya unterstützt das Festival seit 10 Jahren

In den letzten drei Jahren haben die Präfektur und die Stadt die Kosten im Verhältnis 3:1 aufgeteilt. Die Stadt gab insgesamt 215 Millionen Yen (etwa 1,8 Millionen Euro) für das Kunstfestival aus.

Bürgermeister Kawamura erklärte, dass künftige Unterstützungen innerhalb der Verantwortlichen der Stadt später diskutiert werden. In Bezug auf den engen Zeitplan für die Aufstellung des kommenden Haushaltes sehe man keine andere Möglichkeit, als die Gelder erst einmal anderweitig zu verwenden.

Das Aichi Kunstfestival 2019 kostete insgesamt 170 Millionen Yen (1,4 Millionen Euro), wovon Nagoya 34 Millionen Yen (280.000 Euro) bisher noch nicht ausgezahlt hat. Der Überprüfungsausschuss der Stadtverwaltung entscheidet aktuell, ob diese Gelder überhaupt noch fließen werden. Der Bürgermeister sprach sich dagegen aus.

AS

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